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Regionalliga West 14/15 - Samstag, 15.November 2014, 14:00 Uhr

SV Rödinghausen - VfL Bochum (0:1) 1:2

Spielort: Häcker Wiehenstadion, Rödinghausen
Zuschauer: 1.021
SVR: Schönwälder - Saur, Evers, Kalkan, Siek - Frank, Madroch (46.Schröder), Buddecke, Schneck (53.Leenemann), Bülter - Rüter (46.Williams)
VfL: Weeke – Forbes, Spillmann, Siala, Cokkosan – Gündüz, Zajas, Bulut, Brümmer (35.de Meo), Balci (85.Kurt) – Kulikas (76.Sulejmani)
Tore:
0:1 de Meo (37.),
0:2 Gündüz (84.),
1:2 Frank (90.+4)
Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte)

An diesem herbstlichen Samstag Nachmittag ging es mit Björn, der Mike und mich in der Nähe des wunderschönen Ruhrstadions einsammelte, ca. 180 km Richtung Norden, in den äußersten Nordosten von Nordrhein-Westfalen, nach Rödinghausen, das ca. 10.000 Einwohner hat und rund 30 km nördlich von Bielefeld liegt. Der "Sportverein Rödinghausen" spielte bis Ende der 2000er-Jahre nur Fußball auf Kreisebene. Dann engagierte sich der lokale Küchenhersteller (der drittgrößte Deutschlands) und größte Arbeitgeber der Region, finanziell und führte den Klub innerhalb von fünf Jahren von der neuntklassigen Kreisliga A Herford bis zur viertklassigen Regionalliga West. 2010 stieg man von der Kreisliga A in die Bezirksliga auf, 2011 in die Landesliga Westfalen, 2012 in die Westfalenliga und 2013 in die Oberliga Westfalen, jeweils als Meister seiner Klasse. 2014 folgte der fünfte Aufstieg in Folge, als Vizemeister der Oberliga Westfalen gelang also erstmals der Aufstieg in die Regionalliga West.


Trotz der Tatsache, dass der Klub ein von einem Mäzen immens unterstützter Plastikklub ist, wird der Verein in der Region scheinbar gut angenommen, denn auch an diesem tristen Nachmittag beim Heimspiel gegen die U23 des VfL Bochum waren mehr als 1.000 Zuschauer im Wiehenstadion. Immerhin hat man dem Klub auch eine hypermoderne Tribüne hingestellt, die komplett über die eine Längsseite geht und über ca. 1.500 Sitzplätze verfügt. Mehr hat die Anlage aber auch nicht zu bieten, denn auf der gegenüberliegenden Seite gibt es lediglich ein paar Stufen mit Stehplätzen und hinter den beiden Toren befinden sich nur jede Menge Werbeschilder. Dafür hat der Klub eigentlich alles, was ein moderner Plastikklub braucht: VIP-Plätze hinter Glas, ein eigens komponiertes, grottenschlechtes Vereinslied, Cheerleader, eine Videowand, einen gut ausgestatteten Fanshop, Trinkbecher mit dem Vereinslogo, einen richtigen (hoffentlich ironisch gemeinten) Vereinsslogan ("Wo Fussball zu Hause ist") usw. Sogar einen Fanclub hat der Verein. Die "Amigos" wurden laut Wikipedia von der Werbeaktion "Los Wochos" einer großen Fastfoodkette zu ihrem Namen inspiriert. Viel Support von ihnen gab es aber nicht. Ein bisschen Standardsongs, ein bisschen Pöbeln gegen die "Ruhrpottkanacken" und ansonsten viel Schweigen.

So kam es also an diesem Nachmittag zum allerersten Duell zwischen dem SV Rödinghausen und der U23 des VfL Bochum. Und die "Zwote" konnte den guten Trend der letzten Wochen (1:0 beim Schalke II und 0:0 zu Hause gegen Viktoria Köln) fortsetzen und siegte auch beim Aufsteiger aus dem Kreis Herford. Deutlich merkte man den Gästen das wieder gestiegene Selbstbewusstsein an. Trotzdem war es in der ersten Halbzeit ein höhepunktarmes Spiel auf sehr niedrigem Niveau. In der 35. Minute musste Kevin Brümmer verletzt den Platz verlassen; dafür kam Gianluca de Meo auf das Spielfeld. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung zog der Deutsch-Italiener schön von rechts nach innen und brachte den Ball aus ca. 16 Metern zum 0:1 im Kasten der Gastgeber unter. Nach der Pause wurde das Spiel etwas ansehnlicher, weil die Gastgeber jetzt natürlich auf den Ausgleich drückten und sich so für die Gäste immer wieder gute Kontergelegenheiten ergaben. Sechs Minuten vor dem regulären Ende dann die scheinbar endgültige Entscheidung in diesem Spiel, als Profi Selim Gündüz eine der vielen Konterchancen endlich zum 0:2 nutzte. In der 88. Minute drohte das Spiel dann doch noch mal zu kippen. Aber Bochums Keeper Marius Weeke parierte den Foulelfmeter von Siek stark. Der Anschlusstreffer für die Gastgeber fiel aber dennoch, in der vierten Minute nach Nachspielzeit aber dann zu spät, um nochmal für Spannung zu sorgen. In der letzten Minuten zog sich vor allem Selim Gündüz noch den Unmut des Publikums zu, als er wiederholt durch auffälliges Zeitspiel und Schauspieleinlagen auffiel. Die einen würden "clever" dazu sagen, die anderen "unsportlich". Entscheidend für den Ausgang des Spiels war es aber nicht.

Auch durch diesen Erfolg konnte die U23 des VfL Bochum die Abstiegsränge noch nicht verlassen, und bleibt auf Platz 15, kam aber natürlich wieder ein Stück näher an die Konkurrenz heran, während den Gastgebern droht, nach gutem Start so langsam nach unten durchgereicht zu werden.

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"