FC Den Bosch
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FC Eindhoven
  FC Den Bosch Offiziell
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  FC Eindhoven Offiziell
2.Liga NL 14/15 - Samstag, 6.Dezember 2014, 19:45 Uhr
FC Den Bosch - FC Eindhoven (0:0) 0:0

Spielort: Stadion De Vliert, s'Hertogenbosch
Zuschauer: 2.878
FCDB: Heemskerk - Rutten, Hofstede, van Huijgevoort, Statie - van den Broek, Lurling (86.Kabashi), Belterman - Ceria (67.Mols), Quekel, Thomassen (80.Boulghalgh)

FCE:
Muyters - Durwael, Nieveld, N'Toko, Gunst - van Son, van den Boomen (80.Beekmans), Deschilder - van Hout (62.Bourdouxhe), Boere, Sleegers (83.Karg)

Tore:
keine
Schiedsrichter: Edwin van de Graaf (Rotterdam)

An diesem Samstag ging es zusammen mit Mike in ca. 1,5 Stunden in den Süden der Niederlande, nach s'Hertogenbosch. Zunächst einmal wurde in der durchaus ansehnlichen und schön beleuchteten Innenstadt gehalten, um den kulinarischen Köstlichkeiten unseres Nachbarlandes zu frönen. Und dieses Zwischenziel hatte sich zumindest kulinarisch gelohnt, denn die angesteuerte Frituur war wirklich spitze. Allerdings sollten wir kurz danach feststellen, dass das wohl der bislang teuerste Frituurbesuch in den Niederlanden war. Denn, als wir zum Auto zurückkehrten, bemerkten wir da einen Zettel an der Windschutzscheibe, der sich Sekunden später als Knöllchen fürs Falschparken herausstellte. Dass wir in einem Bereich geparkt hatten, wo man einen Parkschein brauchte, hatten wir - wahrscheinlich auf Grund des Hungers - leider nicht bemerkt. So werden also in Kürze ca. 60 Euro für ca. 25 Minuten Parken ohne Parkschein fällig, die wohl an die Stadt s'Hertogenbosch gehen. Aber jeden Tag eine gute Tat. So unterstützen wir immerhin die Erhaltung der wirklichen schönen Innenstadt. Die folgende Zeit wurde dann vor allem damit verbracht, auszurechnen, was man mit diesen 60 Euro alles hätte machen können. Alleine für das heutige Spiel hätten wir uns 12 zusätzliche Tickets kaufen können, oder wir beide mit der irischen Billigfluglinie hin und zurück nach London fliegen können.

Von der Innenstadt in s'Hertogenbosch ging es dann noch fünf Minuten weiter, zum Stadion De Vliert. Dort fanden wir einen Parkplatz, der dieses Mal sogar kostenlos war. Am Stadion angekommen, stand natürlich zuerst die übliche Runde um das Stadion und der obligatorische Besuch des Fanshops an. Der Ticketkauf gestaltete sich für niederländische Verhältnisse sehr einfach. Das Stadion des FC Den Bosch hatte schon seit einiger Zeit auf meiner To-do-Liste gestanden, aber jedes Mal, wenn es theoretisch mit dem Besuch hätte klappen können, konnte man nur im Besitz einer Clubcard des FC Den Bosch Tickets kaufen. So zog ich dann jedes Mal doch andere Ziele vor. An diesem Abend waren die Tickets dann noch besonders günstig. Für einen Sitzplatz hinter dem Tor musste man gerade einmal 5 Euro berappen. Der Grund dafür war wahrscheinlich, möglichst viele Besucher an diesem Abend ins Stadion zu locken, weil der heutige Nikolaustag in den Niederlanden (und in Belgien) der wichtigste Tag der Weihnachtszeit ist, an dessen Vorabend es auch die Geschenke gibt, während der 25. Dezember "nur" ein religiöser Feiertag ist.

Am 17. Spieltag in der niederländischen 2. Liga stand also das Duell 13. (FC Den Bosch) gegen den 3. (FC Eindhoven) auf dem Programm. Wie schon gewohnt in der niederländischen 2. Liga war es wieder einmal ein Spiel auf sehr niedrigem Niveau, also genauer gesagt ein Grottenkick mit viel K(r)ampf und wenig Torszenen. Es war auch überhaupt nicht zu erkennen, dass der FC Eindhoven mit um den Aufstieg in die Ehrendivsion spielt und die Gastgeber aus s'Hertogenbosch derzeit nur im unteren Mittelfeld (einen Absteiger in die 3. Liga gibt es in dieser Saison nicht) liegen. Der größte Höhepunkt der Partie war dazu bereits nach wenigen Sekunden, als sich ein Angreifer des FC Eindhoven den Ball mit der Hand vorlegte und ins Tor schoss. Der Schiedsrichter entschied zunächst auf Tor, aber ließ sich von den Protesten des Heimteams und seinem Assistenten doch noch umstimmen. Wesentliche Höhepunkte danach gab es nicht mehr. Stimmungsmäßig ging wie erwartet nicht viel. Auf beiden Seiten sangen ca. 20 Personen ab und zu mal bisschen, ansonsten war es meistens relativ still.

Der "Football Club Den Bosch" wurde 1965 gegründet, als sich die beiden Klubs "Wilhelmina RKVV" und "BVV" (= Bossche Voetbal Vereniging) zusammenschlossen, um wieder höherklassigen und attraktiven Fußball in der 145.000-Einwohner-Stadt s'Hertogenbosch, die im Süden der Niederlande liegt und die Hauptstadt der Provinz Nord-Brabant ist, anzubieten. Einer der beiden Vorgängerklubs, nämlich BVV, wurde 1948 sogar Niederländischer Fußballmeister. Der FC Den Bosch spielte seit seiner Gründung insgesamt elf Spielzeiten in der erstklassigen Ehrendivision (fünf Mal gelang der Aufstieg in die Ehrendivision), das letzte Mal in der Saison 2004/2005, als man als Tabellenletzter direkt wieder sang- und klanglos abstieg. Seitdem spielt man ununterbrochen in der 2. Liga und platzierte sich nie schlechter als Platz neun, war also fast jedes Jahr in der Aufstiegsrunde zur Ehrendivision dabei, aber scheiterte jedes Mal.

Die heutigen Gäste vom Football Club Eindhoven stammen aus der gleichnamigen 217.000-Einwohner-Stadt nahe der deutschen Grenze. Der große „Erzfeind“ ist natürlich der große Nachbar und Lokalrivale PSV Eindhoven. Ähnlich wie in Glasgow wurde die Rivalität anfangs auf die unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten beider Vereine zurückgeführt. Während der FC römisch-katholisch geprägt war, war der PSV stets protestantisch und arbeitete zudem noch mit dem Unternehmen Philips zusammen. Zudem galt der FC ab den 1930er Jahren bis in die 1950er Jahre hinein als erfolgreicher und besser als der PSV. Gegründet wurde der Klub 1909 als EVV Eindhoven. 1954 wurde man Niederländischer Fußballmeister und 1937 gewann man den Niederländischen Pokal. 1957 stieg man erstmals in die 2.Liga ab. Es folgte ein weiterer Absturz, bis man 1975 wieder in die Ehrendivision aufstieg. Nach nur zwei Jahren in der Eliteklasse stieg man aber 1977 wieder in die 2.Liga und spielt seitdem ununterbrochen in der 2.Liga. Die erfolgreichste Saison seitdem war die Saison 2011/2012, als man Dritter wurde, aber in den Playoffs am Aufstieg in die Ehrendivision scheiterte.