Deutschland      
 
1
:
1
 Irland
  DFB Offiziell
:
  Irischer Fußballverband Offiziell
Qualifikation EURO 2016 - Dienstag, 14.Oktober 2014, 20:45 Uhr

Deutschland - Irland (0:0) 1:1

Spielort: Arena AufSchalke, Gelsenkirchen
Zuschauer: 51.204
GER: Neuer - Rüdiger, Boateng, Hummels, Durm - Ginter (46.Podolski), Kroos - Bellarabi (86.Rudy), Götze, Draxler (70.Kruse) - Th.Müller

IRL: Forde - Meyler, O'Shea, M.Wilson, S.Ward - Walters, Whelan (54.Hendrick), Quinn (76.Hoolahan), McClean - McGeady - Keane (63.Gibson)
Tore:
1:0 Kroos (71., Rechtsschuss, Vorarbeit Kruse),
1:1 O'Shea (90.+4, Rechtsschuss, Hendrick)
Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)

An diesem Dienstag Abend ging es gemeinsam mit Björn, den ich daheim in Eppendorf abholte, kurz hinüber in die Nachbarstadt Gelsenkirchen, um ein weiteres Spiel der deutschen Elf in der Qualifikation für die kommende Europameisterschaft 2016 in Frankreich anzuschauen. Kurz vor der Arena, auf der Suche nach einem Parkplatz, wurden wir vom Tross der deutschen Nationalmannschaft (Teambus, einige Begleitfahrzeuge und viel, viel Blaulicht) überholt. Das sah zwar irgendwie eindrucksvoll aus, aber wirkte auf mich eher total überdimensioniert. Dank der Insiderkenntnisse von Björn fanden wir schnell einen Parkplatz und waren innerhalb von ein paar Minuten auch direkt am richtigen Eingang. Das hätte bei mir wahrscheinlich alles viel länger gedauert, weil mein Lieblingsklub in dieser Arena leider seit einigen Jahren nicht mehr antreten möchte. Am Einlass gab es noch etwas Kurioses zu beobachten, was ich so auch vorher noch nicht gesehen hatte. Man konnte wählen, ob man sich links abtasten lassen wollte oder einfach rechts ohne Durchsuchung durchgehen. Wir wählten natürlich die zweite Variante, auch, weil diese deutlich weniger zeitintensiv war. Als sehr lächerlich empfand ich es auch, dass alle Hinweisschilder im Bereich der Arena noch einmal von DFB-Schildern überklebt worden waren. 

Dass die Qualifikation des deutschen Teams für die EURO 2016 in Frankreich trotz der Tatsache, dass die beiden besten in jeder Gruppe sicher dabei sind und sich selbst der Gruppendritte noch berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme machen kann, dann doch noch knapp werden könnte, hätte vor knapp drei Monaten wohl niemand für möglich gehalten. Da war das deutsche Team gerade zum vierten Mal Weltmeister geworden und die EM-Quali schien bei Gegnern wie Polen, Schottland, Irland, Georgien und Gibraltar eigentlich nur Formsache zu sein. Nach einem knappen 2:1 zu Hause in Dortmund gegen Schottland und der 0:2-Schlappe gegen Polen in Warschau vier Tage vor diesem Duell stand das DFB-Team als Tabellenvierter aber plötzlich schon ziemlich unter Druck. Zu Gute halten muss man dem DFB-Team natürlich, dass mit Lahm, Klose und Mertesacker drei absolute Leistungsträger ihre Nationalmannschaftskarriere beendet haben und verletzungsbedingt Spieler wie Schweinsteiger, Khedira, Özil oder Reus fehlten, aber eine Offensivreihe mit Götze, Draxler, Müller und Bellarabi und eine Defensive mit Kroos, Hummels, Boateng und Torwart Neuer sollte eigentlich trotzdem in der Lage sein, ein Team wie Irland deutlich in die Schranken zu weisen. Aber auch in Gelsenkirchen spielte das deutsche Team wie schon gegen Polen zuvor eine Art Handball. Man kombinierte schön im Strafraum den Ball hin und her, von rechts nach links, und wieder zurück, aber alles, ohne die große Torgefahr auszustrahlen. Viel zu selten kam man mal gefährlich zum Abschluss. Als alles nach 70 Minuten schon nach einem typischen 0:0 aussah, unter anderem auch, weil die Iren sich komplett auf die Defensive konzentrierten, fasste sich Toni Kroos ein Herz und überwand Irlands Keeper per Fernschuss zum 1:0. Mit der einzigen Torchance kamen die irischen Gäste dann in der 94. Minute noch zum Ausgleich (während wir schon auf dem Weg zum Auto waren). Das war nicht unbedingt verdient, weil die Iren die meiste Zeit über doch recht destruktiv spielten, auf der anderen Seite aber vielleicht die gerechte Strafe für das arrogant wirkende deutsche Spiel, wo man lieber weiter schön spielt, als den knappen Vorsprung dreckig über die Zeit zu bringen.

Enttäuscht war ich leider etwas von den irischen Fans, die mich nicht so recht überzeugen konnten. Immerhin verbreiteten sie aber wenigstens etwas Fußballatmosphäre, während beim deutschen Publikum die inzwischen leider normale Opernatmosphäre herrschte. Nach den Auftritten der irischen Fans bei der EM 2012 und den Erfahrungen mit den schottischen Fans vor ein paar Wochen in Dortmund war meine Erwartungshaltung vielleicht einfach zu groß. Immerhin wurde ein mittelmäßiges und langweiliges Spiel von den DFB-Fans nach dem 1:0 mit der "La Ola"-Welle abgefeiert.

 

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"

Heimbilanz Deutschland vs. Irland:

1935 (Test) GER - IRL 3:1 (D-Tore: Damminger(2),Lehner), in Dortmund
1939 (Test) GER - IRL 1:1 (Schön), in Bremen
1952 (Test) GER - IRL 3:0 (Posipal,O.Walter,Termath), in Köln
1955 (Test) GER - IRL 2:1 (Waldner,Mai), in Hamburg
1960 (Test) GER - IRL 0:1 (-), in Düsseldorf
1970 (Test) GER - IRL 2:1 (Seeler,Löhr), in Berlin
1994 (Test) GER - IRL 0:2 (-), in Hannover
2006 (EM-QU) GER - IRL 1:0 (Podolski), in Stuttgart
2013 (WM-QU) GER - IRL 3:0 (Khedira,Schürrle,Özil), in Köln

2014 (EM-QU) GER - IRL 1:1 (Kroos), in Gelsenkirchen

10 Spiele – 6 – 2 – 2 – 16:8 Tore