1. FC Kaiserslautern
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2.Bundesliga 14/15 - Freitag, 7. November 2014, 18:30 Uhr
1.FC Kaiserslautern - VfL Bochum (0:1) 2:2

Spielort: Fritz-Walter-Stadion, Kaiserslautern
Zuschauer: 28.896
FCK: Sippel - M.Schulze, Orban, Heintz, Löwe - Karl, Jenssen - Matmour, Younes (79.Jacob), Stöger (85.Formitschow) - Lakic (69.Hofmann)

VfL: Luthe - Celozzi, Cacutalua, Fabian (54.Butscher), Perthel (68.Perthel) - Weis (84.Sestak), Losilla, Latza - Tasaka, Gregoritsch - Terodde
Tore:
0:1 Terodde (32., Rechtsschuss, Vorarbeit Perthel),
1:1 Lakic (48., Kopfball, Matmour),
2:1 Jacob (82., Rechtsschuss, Matmour),
2:2 Sestak (88., Kopfball, Tasaka)
Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

An diesem herbstlichen und (vor allem auf Grund des Bahnstreiks) staureichen Freitag ging es in fast vier Stunden in den Südwesten, nach Kaiserslautern. Mike und ich hatten uns vorher Karten für die Gegentribüne besorgt, für faire 16 Euro im Oberrang, etwa in Höhe der Mittellinie. Probleme gab es nur mit dem Opa, der uns 10 Minuten vor(!) dem Anpfiff mit Bestimmtheit dazu aufforderte, uns endlich hinzusetzen, weil er nichts sehen würde. Auch vom Hinweis unsererseits, dass das Spiel erst in 10 Minuten beginnt, ließ er sich nicht beruhigen und drohte damit, den Ordnungsdienst zu holen. Das glaube ich zumindest, denn seinen schrecklichen Pfälzer-Dialekt konnte man nicht wirklich verstehen. So oder so war es schön mal wieder zu sehen, dass es tatsächlich nur ein Märchen ist, das von manchem austauschbaren Bochumer Verantwortlichen im Krisenfall bemüht wird. Nämlich, dass das Publikum in Bochum besonders kritisch sei. Um das zu widerlegen, muss sich nur auf eine beliebige Tribüne bei einem anderen Klub in der 1. oder 2. Bundesliga setzen und die Leute beobachten. Wenn man sich nur die Reaktionen des Publikums anschaut, könnte man meinen, dass der FCK kurz vor dem Abstieg steht, so sehr wurde nach jedem noch so kleinen Fehler gemeckert und geschimpft. Wirklich nervend war aber nur die Frau hinter uns, die so gut wie jeden Fehler des FCK mit den Worten "Mensch Meier" kommentierte.

Peter Neururer versuchte es an diesem Abend mal mit der "Funkel-Taktik", sich einen Punkt beim 1. FC Kaiserslautern zu ermauern, was auch letztendlich gelang. Mit Latza, Losilla und Weis verteidigten gleich drei "6er" vor der Viererkette. Nachdem man die stürmische Anfangsphase der Gastgeber mit Glück und Geschick irgendwie überstanden hatte, kam man langsam besser ins Spiel, ohne große Ambitionen, selbst ein Tor schießen zu wollen. So fiel die Gästeführung nach etwas mehr einer halben Stunde "wie aus dem Nichts", als man erst zum zweiten Mal überhaupt in dieser Partie vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Eine Klasse-Flanke von links, von Timo Perthel, flog an Lauterns Keeper Sippel vorbei, der sich ordentlich verschätzt hatte, und Simon Terodde (wer auch sonst?) brauchte am zweiten Pfosten den Ball nur noch einzuschieben. In der Schlussphase der ersten Halbzeit wackelte die Defensive der Gastgeber bedenklich, und die Gäste kamen auch durch Terodde zum zweiten Tor, das aber wegen Abseits nicht gegeben wurde. Eine klare Fehlentscheidung, wie die Fersehbilder zeigten. Sehr bitter, denn schon in der Saison 12/13 wurden dem VfL durch ein zu Unrecht nicht anerkanntes Tor von Tasaka das mögliche Siegtor in Kaiserslautern geklaut.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es den fast schon üblichen Tiefschlaf des VfL Bochum. Wie schon in den ersten 45 Minuten drängten die Gastgeber vehement auf ein Tor, und dieses Mal kamen sie auch schnell zu einem Erfolg, weil die VfL-Defensive nicht so konzentriert wie zu Beginn des Spiels wirkte. Lakic' Schuss landete zwar nur am Innenpfosten, sprang aber zu ihm zurück, und so konnte er den Ball mühelos zum 1:1 einköpfen. Danach war aber schon wieder Schluss mit den ganz großen Offensivbemühungen der Pfälzer. Das Spiel plätscherte dahin, wie schon größtenteils in der ersten Halbzeit. Als man sich schon auf das 1:1 eingestellt hatte, hatten beide Trainer noch Wechselglück. Der gerade vor drei Minuten eingewechselte Jacob markierte in der 82. Minute doch noch das 2:1 für den FCK. Die Gäste schienen geschlagen, aber kamen überraschend aber nicht unverdient in der 88. Minute doch noch zum Ausgleich, durch den gerade vor 4 Minuten eingewechselten Stanislav Sestak.

Nachdem man zuerst fast 25 Jahre auf einen Erfolg in Kaiserslautern warten musste, ist der VfL Bochum jetzt seit mittlerweile 16 Jahren auf dem Betzenberg unbesiegt. Die letzte Niederlage in der Pfalz gab es am 16. Februar 1998, als man in der 1. Bundesliga 0:3 beim FCK unterlag. In der Saison danach gab es Historisches. Nicht nur, dass am 22. September 1998, in der 2. Runde im DFB-Pokal, der erste Auswärtssieg in Kaiserslautern seit 1973 gelang (6:5 für den VfL nach Elfmeterschießen. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte der damals 19-jährige Sebastian Schindzielorz), sondern auch in der Bundesliga schaffte man nur vier Tage später bei meinem allerersten Besuch am Betzenberg mit Trainer Klaus Toppmöller den Auswärtssieg. 3:2 siegte der VfL durch Tore von Reis, Buckley und Dzafic, nachdem die Gastgeber schon mit 2:0 geführt hatten. Es war das legendäre Spiel, wo der damalige FCK-Trainer Otto Rehhagel mit Ojigwe den vierten Nicht-EU-Ausländer eingewechselt hatte und Hany Ramzy anschließend den "sterbenden Schwan" markierte.

Alle Duelle Kaiserslautern - Bochum:

71/72 (1.BL) FCK – VfL 4:1 (VfL-Tor: Balte)
72/73 (1.BL) FCK – VfL 2:2 (Walitza,Wosab)
73/74 (1.BL) FCK – VfL 0:2 (Tenhagen,Walitza)
74/75 (1.BL) FCK – VfL 1:0 (-)
75/76 (1.BL) FCK – VfL 2:1 (Kaczor)
76/77 (1.BL) FCK – VfL 2:0 (-)
77/78 (1.BL) FCK – VfL 4:1 (Bast)
78/79 (1.BL) FCK – VfL 1:1 (Abel)
79/80 (1.BL) FCK – VfL 4:1 (Kaczor)
80/81 (1.BL) FCK – VfL 0:0 (-)
81/82 (1.BL) FCK – VfL 3:3 (Schreier,Patzke,Abel)
82/83 (1.BL) FCK – VfL 1:0 (-)
83/84 (1.BL) FCK – VfL 2:0 (-)
84/85 (1.BL) FCK – VfL 5:2 (Fischer,Kuntz)
85/86 (1.BL) FCK – VfL 2:0 (-)
86/87 (1.BL) FCK – VfL 4:1 (Schulz)
87/88 (1.BL) FCK – VfL 4:2 (Leifeld,Epp)
88/89 (1.BL) FCK – VfL 3:0 (-)  
89/90 (1.BL) FCK – VfL 2:1 (Rzehaczek)
90/91 (1.BL) FCK – VfL 4:1 (Helmig)
91/92 (1.BL) FCK – VfL 1:1 (Türr)
92/93 (1.BL) FCK – VfL 3:1 (Wegmann)  
94/95 (1.BL) FCK – VfL 3:1 (Waldoch)
97/98 (1.BL) FCK – VfL 3:0 (-)
98/99 (Pokal) FCK – VfL 5:6 n.E. (Petrovic, ES: Sundermann,Bastürk,Petrovic,Dzafic,Hofmann,Schindzielorz)
98/99 (1.BL) FCK – VfL 2:3 (Reis,Buckley,Dzafic)
00/01 (1.BL) FCK – VfL 0:1 (Buckley)
02/03 (1.BL) FCK – VfL 0:2 (Christiansen(2))
03/04 (1.BL) FCK – VfL 2:2 (Hashemian,Wosz)
04/05 (1.BL) FCK – VfL 1:2 (Maltritz,Diabang)         

12/13 (2.BL) FCK - VfL 0:0 (-)
13/14 (2.BL) FCK - VfL 1:1 (Sukuta-Pasu)
14/15 (2.BL) FCK - VfL 2:2 (Terodde,Sestak)

33 Spiele, 18 – 9 – 6 , 69:36 Tore