1. FC Bocholt    
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TuS 64 Bösinghoven
  1.FC Bocholt Offiziell
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  TuS Bösinghoven Offiziell
Oberliga Niederrhein 14/15 - Sonntag, 14.September 2014, 15:00 Uhr

1. FC Bocholt - TuS Bösinghoven (1:1) 1:1

Spielort:
Stadion Am Hünting, Bocholt
Zuschauer: 600
FCB: Welling - Hahm, Reekers, Kofo-Asenso, Winking - Bugla, Gurny (67.Juch) - Lechtenberg, Junker (67.Haffke), Sindi - Elsinghorst (46.Giesbers)
TuS: Delker - Klinger, van den Bergh, Klemt, Galster - Schmitz, Caillas - Kubo (87.Witte), Acikgöz (83.Lerche), Purisevic (31.Orlean) - Dauser
Tore:
0:1 Purisevic (23.),
1:1 Lechtenberg (39., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Jonathan Becker (Viersen)

Am 5. Spieltag der neuen Saison in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein empfing der frischgebackene Aufsteiger 1. FC Bocholt den TuS Bösinghoven. Mit Björn und Mike ging es an diesem sommerlich warmen Sonntag in ca. einer Stunde hinauf an den westfälischen Niederrhein, um Björns 300. Ground gebührend zu feiern. Das Spiel konnte insgesamt nicht überzeugen, und das Remis ging meiner Meinung absolut in Ordnung. Die Gäste aus Meerbusch waren das technisch eindeutig bessere Team, während die Gastgeber kämpferisch gut dagegen hielten. Vor gerade einmal acht Tagen waren beide Teams, ebenfalls "Am Hünting", schon im Niederrheinpokal aufeinander getroffen, und dieses Duell konnte der 1. FC Bocholt überzeugend mit 4:0 für sich entscheiden. Dementsprechend geschockt wirkten die Hausherren, als die Gäste in Führung gingen und klar das Kommando auf dem Rasen übernahmen. Durch einen Foulelfmeter kamen die Gastgeber aber doch noch vor der Pause zum Ausgleich. In der zweiten Halbzeit gab es kaum noch Höhepunkte, sodass man sich ganz auf das Sonnenbaden, bei gefühlten Temperaturen in der Sonne von 30°C, konzentrieren konnte.

Einige ehemaliger VfLer waren bei diesem Duell zu sehen. Bei den Gastgebern vom 1. FC Bocholt spielte Bas Reekers in der Innenverteidigung, der Sohn der VfL-Legende Rob Reekers, der in der Jugend ebenfalls für den VfL Bochum gespielt hat. Von der U23 des VfL Bochum sind gleich zwei Spieler zum 1. FC Bocholt gewechselt. Tim Winking spielte Rechtsverteidiger, während Jannis Schliesing an diesem Nachmittag nicht im Aufgebot stand. Auch bei den Gästen aus Bösinghoven stand mit Daniel Klinger ein ehemaliger Akteur der U23 des VfL Bochum im Aufgebot.

Der "1. Fußballclub Bocholt 1900" stammt aus der gleichnamigen 70.000-Einwohner-Stadt im westlichen Münsterland. Der Traditionsklub hatte in der 1950er, 1970er und 1980er Jahren seine Hochphasen. In den 1950er Jahren spielte man einige Jahre in der höchsten Amateurklasse. 1976 wurde man Niederrheinmeister, aber verpasste den Aufstieg zur 2. Bundesliga in der Aufstiegsrunde mit dem VfL Wolfsburg und dem Bonner SC. Ein Jahr später gelang dann doch endlich erstmals der Aufstieg in den bezahlten Fußball. Zwar stieg man nach nur einer Saison wieder ab, aber schon 1980 gelang erneut der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord. Dieses Mal lief es besser und man erreichte den 12. Tabellenplatz, aber auch dieser reichte wieder nicht zum Klassenerhalt aus, weil die 2. Bundesliga ausgerechnet nach dieser Saison eingleisig wurde. 1984 gewann der 1. FC Bocholt noch einmal die Oberliga Nordrhein, aber scheiterte wieder in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, dieses Mal an Blau-Weiß 90 Berlin und dem FC Sankt Pauli. 1994 gelang der letzte kleine Erfolg, als man in die damals drittklassige Regionalliga West/Südwest aufstieg und in der man sich bis 1997 halten konnte. Danach folgte ein sportlicher Abstieg von der Drittklassigkeit bis zur Sechstklassigkeit der Landesliga Niederrhein. 2013/2014 gab es das erste kleine Lebenszeichen, als man Meister der Landesliga wurde und wieder in die fünftklassige Oberliga Niederrhein aufsteigen konnte.

Das Stadion "Am Hünting" des 1. FC Bocholt ist eine (leider) ehemalige Stadionperle am Niederrhein, die einmal bis zu 18.000 Zuschauern Platz bot. 1980, zum erneuten Aufstieg in die 2. Bundesliga, bekam der 1. FC Bocholt eine neue, große Tribüne mit 2.233 Sitz- und 3.120 Stehplätzen. Die anderen drei Seiten blieben Naturtribünen, wo nur aus Sicherheitsgründen Wellenbrecher gebaut werden mussten, wodurch das Stadion trotzdem seinen typischen Charakter behalten konnte. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahr 1984, als man als einziger Amateurklub das Viertelfinale des DFB-Pokals erreichte, und vor offiziell 16.500 Besuchern dem FC Bayern München knapp mit 1:2 unterlag. 2012 musste die Tribüne leider wegen Statikmängeln abgerissen werden. An gleicher Stelle errichtete man ein paar Stehstufen. Die anderen drei Seiten sind nach wie vor Naturtribünen. Dazu ist noch der alte Spielertunnel erhalten geblieben, der einen wenigstens ein bisschen von alten Zeiten am Hünting träumen lässt.

Furios war der sportliche Aufstieg des 1964 gegründeten "Turn- und Sportverein 64 Bösinghoven" aus Meerbusch in den letzten Jahren. 2009 gelang erstmals der Aufstieg in die Landesliga Niederrhein und 2012 gelang erstmals der Aufstieg in die Oberliga Niederrhein. In der Saison 2012/2013 rettete man sich als Fünfzehnter nur ganz knapp vor dem Abstieg in die Landesliga, 13/14 wurde man etwas souveräner 11 und spielt so auch 14/15 in der Oberliga Niederrhein.

 

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"

Eingangsbereich
Eingangsbereich
Vereinsheim 1. FC Bocholt
Vereinsheim 1. FC Bocholt
Eingang Stadion "Am Hünting"
Eingang Stadion "Am Hünting"
... der Herbst steht vor der Tür
... der Herbst steht vor der Tür
Hier stand die alte Tribüne des 1. FC Bocholt
Hier stand die alte Tribüne des 1. FC Bocholt