VfL Osnabrück
 
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SC Preußen Münster
  VfL Osnabrück Offiziell
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  Preußen Münster Offiziell
3. Liga 13/14 - Mittwoch, 2.Oktober 2013, 18.30 Uhr
VfL Osnabrück - Preußen Münster (0:1) 1:1

Spielort: Osnatel-Arena, Osnabrück
Zuschauer: 15.848
VfL: Heuer Fernandes - Pisot, Stadel, Karikari (63.Iljutcenko), Dercho - Nagy (86.Blum), Zenga, Merkens, Hohnstedt - Spann (63.Ornatelli), Grimaldi
SCP: Masuch - Riedel, Kirsch, Scherder, Neupert - Truckenbrod, Bischoff - Piossek (78.Siegert), Manno (89.Kühne), Grote - Taylor (86.Krohne)
Tore:
0:1 Grote (28., Foulelfmeter),
1:1 Grimaldi (68.)
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)

Am Mittwochabend vor dem "Tag der Deutschen Einheit" ging es in ca. 1,5 Stunden kurz über die Landesgrenze nach Niedersachsen, genauergesagt nach Osnabrück, wo der heimische VfL Osnabrück in seinem wunderschönen "Stadion an der Bremer Brücke" zum Drittligaderby den SC Preußen Münster. Beide Städte trennen nur etwa 60 km, und über die Autobahn A1 direkt verbunden. Beide Städte sind auch durch den "Westfälischen Frieden" miteinander verbunden. So wurden die Friedensverträge genannt, die 1648 den "30-jährigen Krieg" beendeten und - in Münster und Osnabrück unterschrieben wurden. Osnabrück nennt sich heute noch die "Friedensstadt". Als Frieden kann man man die fußballerischen Duelle zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster nicht bezeichnene. 1975 traf man in der sich zum ersten Mal in der 2. Bundesliga Nord, und das erste Spiel an der Bremer Brücke endete gleich mit zwei Elfmetern und zwei Platzverweisen. 1977 wurde in der Nacht vor dem Spiel an der Bremer Brücke ein Pfosten in grün-weiß gestrichen. Zwei Jahre später ätzten vermeintliche „Gartenliebhaber“, die dem VfL weniger Liebe entgegenbrachten, in großen Buchstaben „SCP“ mit Unkrautvernichtungsmittel in den Rasen. Zum bislang letzten Angriff kam es 2009, als sich ein paar Fans des VfL Osnabrück unmittelbar vor der Eröffnung nachts auf die nagelneue Haupttribüne von Preußen Münster geschlichen hatten, und rund 60 Sitzschalen lila-weiß anstrichen. Als ein unübersehbares Zeichen, dass die Rivalität auch in Zeiten unterschiedlicher Klassenzugehörigkeit nicht ruhte.

Auch an diesem Abend konnte man viel wunderbare Derbyatmosphäre im Stadion an der Bremer Brücke aufschnappen. Herrlich zum Beispiel anzusehen und anzuhören, wie die beiden ehemaligen Osnabrück-Spieler Marcus Piossek und Gaetano Manno vom Osnabrücker Publikum ausgepfiffen und beleidigt wurden. Am Ende trennte man sich schiedlich und friedlich mit 1:1. Trotz der Tatsache, dass Preußen Münster derzeit ganz weit unten in der Tabelle der 3. Liga liegt, werden sich aber vor allem die Gäste ziemlich ärgern, nicht die drei Punkte mitgenommen zu haben. Nach 28 Minuten gab es die Gästeführung, als Matthew Taylor alleine auf der Osnabrücker Tor zulief und von Keeper Daniel Heuer Fernandes, der in der letzten Saison noch Stammtorwart der U23 des VfL Bochum war, nur noch per Foul gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Ex-Bochumer Dennis Grote sicher. Nur eine Minute später stand erneut ein Münsteraner alleine vor dem Tor, aber der Ex-Bochumer Heuer Fernandes hielt sehr gut gegen den Ex-Bochumer Manno. Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber zwar bemühter, aber die Gäste hatten eindeutig die besseren Torchancen. Wieder rettete Heuer Fernandes ein paar Mal gut, vor allem, als Piossek alleine auf ihn zulief. Den Traum vom zweiten Saisonsieg für Preußen Münster zerstörte dann Osnabrücks Goalgetter Grimaldi, der in der 68. Minute eiskalt zum 1:1 einköpfte. Taylor hatte kurz danach die erneute Führung auf dem Fuß, aber erneut rettete Heuer Fernandes grandios im Eins-gegen-Eins.

Es gilt immer noch das, was ich bei meinem ersten Besuch im Mai 2011 geschrieben habe: Die "Osnatel-Arena", wie das Stadion des VfL Osnabrück derzeit heißt, ist sicherlich eines der schönsten Stadien, in dem ich bislang zu Gast war. Ein wunderschönes "Patchwork-Stadion" im Miniformat, mit einer alten Haupttribüne und einer hochmodernen Gegengeraden. Ansonsten hat ein Reporter des Kölner Stadtanzeigers das "Stadion an der Bremer Brücke" nach einer 1:2-Niederlage seines FC im November 2007 ziemlich treffend beschrieben: "Der schicke Name trügt, die Osnatel-Arena zu Osnabrück ist auch im Jahr 2007 noch einer der wenigen Orte, an denen man Fußball mit allen Sinnen erleben kann. Es duftet nach Wurst und Bier, es ist infernalisch laut - und die Tribünen stehen derart nah am Spielfeld, dass man den nassen Rasen riechen kann. Das Ambiente ist perfekt für ehrliche Fußballschlachten." (aus dem Buch "Das große Buch der deutschen Fußball-Stadien" von Werner Skrentny)