FC Viktoria Köln 1904   
6
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5
SV Bergisch Gladbach 09
  Viktoria Köln Offiziell
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  SV Bergisch Gladbach Offiziell
Mittelrheinpokal 12/13 - Samstag, 13.Oktober 2012, 14.00 Uhr
Viktoria Köln - Bergisch Gladbach 09 (0:0) 1:1 n.V., 6:5 n.E.

Spielort:
Flughafenstadion im Sportpark Höhenberg, Köln
Zuschauer: 700
FCV: Gillen - Cozza, Kukielka, Propheter, Schultens (106.Eichmeier) - Voigt, Teixeira-Pires - Federico (74.Glowacz), Candan, Müller - Bouhaddouz (55.Aydogmus)
SVB: Cebula - Retterath, Dreiner, Windmüller, Volkert - Kilic, Schilamow (97.Öztürk), Maouel, Eckert - Bucsa, Wemes
Tore:
0:1 Eckert (61.),
1:1 Aydogmus (69.)
Elfmeterschießen: 1:2 Volkert, 2:2 Glowacz, Wermes verschießt, 3:2 Müller, 3:3 Bucsa, 4:3 Kukielka, 4:4 Maouel, Voigt verschießt, 4:5 Eckert, 5:5 Candan, 6:5 Eichmeier.
Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn)
Gelb-Rote Karte: Retterath (Bergisch Gladbach, 75., wiederholtes Foulspiel)

An diesem herbstlichen Samstag Nachmittag war ich zu Gast beim Traditionsklub und Viertligist Viktoria Köln, der in der 1. Runde des Mittelrheinpokals auf Ligakonkurrent SV Bergisch Gladbach 09 traf und am Ende im Elfmeterschießen glücklich aber nicht unverdient siegte. Als Favoriten in dieser Saison in diesem Wettbewerb dürften Drittligist Alemannia Aachen sowie die Viertligisten Fortuna Köln, Viktoria Köln und der SV Bergisch Gladbach, also die vier klassenhöchsten Klubs, gelten. Insofern kam es also schon in der 1. Runde zu einem echten Spitzenspiel, zu einem gefühlten Halbfinale in diesem Wettbewerb. Andersrum könnte man auch anmerken, dass der Auslosungsmodus durchaus noch Optimierungspotenzial hat. Die heimische Viktoria Köln ging als aktueller Tabellenführer der viertklassigen Regionalliga West als klarer Favorit in diese Partie gegen die Gäste aus Bergisch Gladbach, die derzeit nur auf dem 18. Tabellenplatz liegen.

Bei Viktoria Köln fehlten Cheftrainer Heiko Scholz und Mike Wunderlich, der vermeintlich beste Spieler des Teams, krankheitsbedingt, und so entwickelte sich ein typischer Pokalfight zwischen zwei absolut gleichwertigen Teams. Trotz der Tatsache, dass die Gäste ab der 75. Minute in Unterzahl waren, hielten sie das Spiel bis zum Elfmeterschießen völlig offen und hatten auch noch Möglichkeiten zum Siegtor. Die Gäste hatten am Ende den Schiedsrichter als den Schuldigen für die Niederlage gefunden. Nicht völlig zu Unrecht, denn der Unparteiische gab in der 116. Minute Maurice Gillen, dem Keeper von Viktoria Köln, nur die Gelbe Karte, obwohl er den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand berührt hatte und so eine klare Torchance der Gäste vereitelt hatte. Dieser Maurice Gillen avancierte anschließend zum Pokalheld der Kölner, weil er gleich zwei Elfmeter der Gladbacher entschärfte und so seiner Mannschaft den Einzug in die zweite Runde bescherte.

Der Sieger des Mittelrheinpokals ist automatisch für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert, und so darf Viktoria Köln also weiter von einem Pokalfight gegen Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04 oder den 1. FC Köln träumen. Rekordpokalsieger am Mittelrhein ist je nach Sichtweise die U23 von Bayer Leverkusen, die sich fünf Mal diesen Titel sicherte oder Alemannia Aachen, das vier Mal gewann. Dazu kommen zwei Erfolge der U23 von Alemannia Aachen. In der vergangenen Saison 2011/2012 gewann der FC Hennef 05 den Mittelrheinpokal, durch einen 3:0-Finalsieg gegen den FC Erftstadt. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal 12/13 unterlag man dem Zweitligisten 1860 München im Bonner Sportpark Nord mit 0:6.

Der "Fußballclub Viktoria Köln von 1904" kommt aus dem rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Höhenberg. Der Klub wurde erst am 22. Juni 2010 gegründet, nachdem der unmittelbare Vorläuferverein "SCB Viktoria Köln" 2010 in die Insolvenz gegangen war. Die Wurzeln des Vereins reichen bis ins Jahr 1904 zurück, als mit dem "FC Germania Kalk" der älteste Stammverein gegründet wurde. Es kam zu zahlreichen Fusionen. Unter den Vereinsnamen "Preußen Dellbrück" und "SC Viktoria Köln" spielte man in der damals noch erstklassigen Oberliga West bzw. zwischen 1978 und 1981 in der 2. Bundesliga Nord, ehe der Anschluss an den höherklassigen Fußball verloren ging. Seit der der Unternehmer Franz-Josef Wernze als Mäzen des Klubs eingestiegen ist und der FC Junkersdorf in den neuen Klub eingegliedert wurde, geht es steil bergauf. 2011/2012 wurde man als Aufsteiger fast ungefährdet Meister der fünftklassigen NRW-Liga und stieg dadurch in die viertklassige Regionalliga West auf, in der man nach 11 Spieltagen auch schon wieder souveräner Tabellenführer ist. Das alles ist vor allem durch die vielen Ex-Profis möglich, die der Klub verpflichten konnte, u.a. Alexander Voigt (früher 1.FC Köln), Mariusz Kukielka (früher Energie Cottbus), Michael Gardawski (früher VfL Osnabrück), Aziz Bouhaddouz (früher FSV Frankfurt) oder auch Giovanni Federico (spielte insgesamt acht Jahre für den VfL Bochum).