Sportverein Sodingen 1912
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       Hasper Sportverein       
  SV Sodingen Offiziell
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  Hasper SV Offiziell
Landesliga Wf. 12/13 - Sonntag, 14.Oktober 2012, 15.00 Uhr
SV Sodingen - Hasper SV (0:1) 2:4

Spielort:
Glück-Auf-Stadion "Am Holzplatz", Herne
Zuschauer: 50
SVS: Menke - Köker, Hinz, Kocakaya (67.Kaulitzky), Öztürk (85.Öztoprak) - Sickel, Pepe - Mauroff, Blümer (57.Sverepa), Patalla - Elbers
HSV: Kluczny – Asmus, Kut (70.Akdogan), Hellmig, Erkaya - Schoppen (89.Ünal), Giemsa, Tabanoglu (75.Rüster), Dursun - Demir, Korkut
Tore:
0:1 Erkaya (30.),
1:1 Hinz (47.),
1:2 Demir (49.),
1:3 Demir (55., Foulelfmeter),
1:4 Schoppen (66.),
2:4 Mauroff (85.)
Schiedsrichter: Annika Paszehr (Schwerte)

An diesem herbstlich trüben Oktober-Nachmittag stand eine anstrengende 9-km-Fahrt mit dem Pkw an, die in ca. 15 Minuten erfolgreich absolviert wurde. Der Grund war der 9. Spieltag der siebtklassigen Landesliga Westfalen, an dem der heimische SV Sodingen aus Herne den Hasper SV aus Hagen empfing. Beide Teams lagen vor diesem Vergleich im oberen Mittelfeld der Tabelle und so konnte man ein offenes Spiel erwarten. Am Ende gewannen die Gäste verdient, aber vielleicht ein Tor zu hoch. Sie waren einfach das clevere Team, gegenüber zwar bemühten aber insgesamt zu harmlosen Gastgebern. So ging die Pausenführung für die Hagener absolut in Ordnung. Kurz nach der Halbzeit hatte das Spiel seine beste Phase, als die Gastgeber zunächst zum Ausgleich kamen. Praktisch im Gegenzug fiel aber der erneute Führungstreffer für die Gäste, die weitere fünf Minuten später per Fouelfmeter sogar auf 3:1 erhöhten. Als die Gastgeber noch einmal alles nach vorne warfen, gelang mit dem 4:1 per Konter die endgültige Entscheidung. Fünf Minuten vor dem Ende gab es dann doch noch den Anschlusstreffer für die Sodinger, die anschließend noch zu weiteren guten Gelegenheiten kamen und die Defensive der Gäste ordentlich in Bedrängnis brachten. Außer den üblichen meckernden Rentnern gab es natürlich keine Stimmung.

Der Sportverein Sodingen wurde 1912 in dem kleinen Bergbaustädtchen Sodingen gegründet, das dann 1928 in die Stadt Herne eingemeindet wurde. Untrennbar verbunden ist die Geschichte dieses Klubs mit der Zeche "Mont Cenis", auf deren Gelände das alte Glück-Auf-Stadion errichtet wurde, und das die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. 1950 stieg man erstmals in die 2.Liga West auf und 1952 schaffte man erstmals den Aufstieg in die Oberliga West, also in die damals höchste deutsche Spielklasse. Fast sämtliche Spieler arbeiteten zu dieser Zeit in der Zeche "Mont Cenis". 1954/55 war dann der Höhepunkt der Vereinsgeschichte, als man nach dem zweiten Platz in der Oberliga West die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreichte. Hinter dem 1.FC Kaiserslautern, dem Hamburger SV und vor Viktoria Berlin belegte man in der Vorrundengruppe Platz drei. Insbesondere das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:2) blieb in Erinnerung, wo die Gäste aus Pfalz mit all ihren "Berner Weltmeistern" antraten und für das man in die Schalker Glück-Auf-Kampfbahn umziehen musste, um die letztendlich 80.000 Zuschauer fassen zu können. Bis 1959 blieb man in der Oberliga West und nach dem Abstieg schaffte man den direkten Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse und hielt sich zwei weitere Jahre dort, bevor der jahrelang andauernde Abstieg begann, der mit dem Abstieg in die siebtklassige Landesliga endete, in der man jetzt seit 2007 spielt. 1975 wurde das 30.000 Zuschauer fassende Glück-Auf-Stadion abgerissen und 1978 wurde auch die Zeche "Mont Cenis" stillgelegt.