TSV Havelse 1912
 
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DFB-Pokal 2.R 12/13 - Dienstag, 30.Oktober 2012, 20.30 Uhr
TSV Havelse - VfL Bochum (1:1) 1:3

Spielort: Wilhelm-Langrehr-Stadion, Garbsen
Zuschauer: 3.371
TSV: Meyer - Degner, Wendel, Tayar, Hansmann (82.Cicek) - Hintzke, Posipal - Vucinovic, Merkens (75.Sané), Maletzki (75.Deppe) - Beismann
VfL: Heerwagen - Rothenbach, Eyjolfsson (46.Kramer), Acquistapace, Brügmann - Sinkiewicz - Freier, Goretzka, Rzatkowski (77.Ortega) - Iashvili (90.Dabrowski) - Engelbrecht
Tore:
1:0 Posipal (17., Kopfball, Vorarbeit Vucinovic),
1:1 Iashvili (30., Linksschuss, Goretzka),
1:2 Rzatkowski (73., Kopfball, Freier),
1:3 Ortega (90.+4, Rechtsschuss)
Schiedsrichter: Christian Bandurski (Oberhausen)
Gelb-Rote Karte: Kramer (90.+2, Bochum, wegen Ballwegschlagens)

In der zweiten Runde im DFB-Pokal musste der VfL Bochum als Zweitligist an diesem Dienstag Abend beim Viertligisten TSV Havelse antreten, der in der ersten Runde sensationell Erstligist 1.FC Nürnberg ausgeschaltet hatte. Der VfL Bochum hatte in der ersten Runde souverän mit 2:0 bei Drittligist 1.FC Heidenheim gewonnen. Der VfL Bochum hatte drei Tage zuvor in der 2. Bundesliga mit 1:6 bei Erzgebirge Aue verloren und war so auf den vorletzten Platz in der 2. Bundesliga abgerutscht. Als Folge wurde auch Trainer Andreas Bergmann zwei Tage vor diesem Spiel entlassen, und so coachte an diesem Abend erstmals interimsmäßig der bisherige Co-Trainer Karsten Neitzel zusammen mit Thomas Reis den Klub. Beim TSV Havelse lief es deutlich besser. Nach sieben ungeschlagenen Spielen lag man zu diesem Zeitpunkt auf dem dritten Platz der Regionalliga Nord.

Die erste Halbzeit ging ganz klar an die Gastgeber, die nach 17 Minuten auch verdient mit 1:0 in Führung gingen, und zu weiteren guten Gelegenheiten kamen. So war der Ausgleichstreffer durch Alexander Iashvili, der endlich sein erstes Tor für den VfL erzielte, zu dem Zeitpunkt total unverdient, aber verdammt wichtig! In der zweiten Halbzeit konnte der VfL das Spiel dann wenigstens ausgeglichen gestalten. Jetzt gab es kaum noch Torchancen auf beiden Seiten und das Spiel lebte eigentlich nur von seiner Spannung. Ausgerechnet Marc Rzatkowski erzielte dann per Kopf das Führungstor für den VfL, ca. eine Viertelstunde vor dem Ende. Die Gastgeber gaben sich aber nie auf und kämpften bis zur letzten Sekunde um den Ausgleich. Wirklich gefährlich kamen sie aber nicht mehr vor das Bochumer Tor, weil die Defensive des VfL jetzt ganz gut stand. Als der Torhüter der Havelser dann in den letzten Sekunden mit nach vorne stürmte, traf der eingewechselte Ortega von der Mittellinie ins leere Tor zur endgültigen Entscheidung in diesem Spiel. Glücklicher, aber verdammt wichtiger Sieg für den VfL!

Beide Klubs spielten zwar noch nie gemeinsam in einer Spielklasse, aber das heutige Duell war die insgesamt dritte Begegnung. In der Saison 1984/85 trat der VfL Bochum in der ersten Runde im DFB-Pokal als Erstligist beim Drittligisten TSV Havelse an und schrammte ebenfalls nur hauchdünn an einer Blamage vorbei. Im Wilhelm-Langrehr-Stadionm in Havelse trennte man sich man sich nach 120 Minuten 2:2. Lothar Woelk und Toni Schreier hatten den VfL zwei Mal in Führung gebracht und zwei Mal konnten die Gastgeber ausgleichen. Weil es damals noch kein Elfmeterschießen im Reglement gab, kam es zu einem Wiederholungsspiel im Ruhrstadion, das der VfL Bochum dann aber deutlich mit 4:0 (durch 3 Tore von Stefan Kuntz und eins von "Ata" Lameck) gewann und so in die 2. Runde einzog.

Der "Turn- und Sportverein Havelse von 1912" ist ein Stadtteilklub aus der niedersächsischen 60.000-Einwohnerstadt Garbsen. Havelse selbst hat ca. 5.000 Einwohner und grenzt die direkt an die Landeshauptstadt Hannover. Bundesweite Bekanntheit erlangte der Klub 1990, als man mit dem damals völlig unbekannten Volker Finke als Trainer erstmals in die 2. Bundesliga aufstieg. Nach nur einer Profisaison stieg der TSV als Vorletzter allerdings wieder in die Drittklassigkeit ab, und verlor mit Jens Todt auch sein vielleicht größtes Talent an den SC Freiburg. Ein Jahr später erreichte man erneut die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, aber scheiterte diesmal. Danach begann ein finanzieller und sportlicher Niedergang. Der Tiefpunkt war der Abstieg in die sechstklassige Landesliga in der Saison 2001/02. 2005 und 2006 gelang der Durchmarsch zurück in die Oberliga Niedersachsen, 2010 gelang durch den ersten Platz in der Oberliga der Aufstieg in die viertklassige Regionalliga, in der man auch aktuell noch spielt. 2012 gewann man den Niedersachsenpokal und qualifizierte sich so für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal, wo man sensationell Erstligist 1.FC Nürnberg mit 3:2 n.V. bezwang.