Australien      
 
3
:
2
 Äquatorialguinea
   
:
   
Frauen-WM 2011 - Sonntag, 3.Juli 2011, 14.00 Uhr
Australien - Äquatorialguinea (1:1) 3:2

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 15.640
AUS: Williams - Colthorpe, Uzunlar, Carroll, Kellond-Knight - Shipard (46.De Vanna), McCallum (78.Polkinghorne) - Kerr (69.Allen), van Egmond, Garriock - Khamis

GUI: Miriam - Bruna (83.Laetitia), Carolina, Dulcia - Vania, Jumaria (66.Sinforosa), Ana Cristina - Chinasa (57.Adriana), Anonma, Dorine - Diala
Tore:
1:0 Khamis (8., Linksschuss, Vorarbeit Garriock),
1:1 Anonma (21., Linkssschuss),
2:1 van Egmond (48., Rechtsschuss, Khamis),
3:1 De Vanna (51., Linksschuss, McCallum),
3:2 Anonma (83., Rechtsschuss)
Schiedsrichter: Gyoengyi Gaal (Ungarn)

Im dritten der vier in Bochum stattfindenden WM-Spiele trafen an diesem Sonntag Nachmittag Australien und Äquatorialguinea aufeinander. Fast 16.000 Besucher sorgten für eine ordentliche Kulisse (Das Ruhrstadion hat bei dieser WM eine Kapazität von 20.452 Sitzplätzen). Wie schon am vergangenen Donnerstag gab es dabei sehr interessanten, spannenden und temporeichen Fußball zu sehen. Die Australierinnen gewannen am Ende verdient, auf Grund optischer Überlegenheit und weil sie über weite Strecken dieses Spiels einfach das bessere Team waren. Die Spielerinnen aus Afrika präsentierten sich wie die meisten afrikanischen Herren-Teams bei Weltmeisterschaften: technisch stark, eigentlich nah dran am Erfolg, aber am Ende in den entscheidenden Situationen zu überhastet und zu verspielt.

Neben schönen Toren wird wohl vor allem die krasse Fehlentscheidung der ungarischen Schiedsrichterin in der ersten Halbzeit von diesem Spiel in Erinnerung bleiben. Nach einem Schuss einer Australierin prallte der Ball gegen den Pfosten, zurück ins Feld und wurde von einer Abwehrspielerin der Afrikanerinnen einfach mit der Hand gefangen. Statt dem fälligen Handelfmeter ging das Spiel aber einfach weiter. Kurioserweise hatte ebenfalls im Ruhrstadion, vor einem Jahr bei der U20-WM, eine südkoreanische Abwehrspielerin einen ähnlichen Blackout. Aber im Unterschied zu heute, hatte es damals Handelfmeter für das deutsche Team gegeben.

Das australische Frauen-Nationalteam belegt aktuell den 11. Platz in der FIFA-Weltrangliste und gewann 2010 erstmals die Asien-Meisterschaft, was der bislang größte Erfolg war und die Qualifikation für diese WM in Deutschland bedeutete. Der größte Erfolg bei Weltmeisterschaften war bislang das Erreichen des Viertelfinals beim letzten Turnier 2007 in China. Die Vorrunde hatte man als Zweiter hinter Norwegen beendet, aber scheiterte dann im Viertelfinale am späteren Finalisten Brasilien. Für die Australierinnen ist das Turnier 2011 bereits die fünfte Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft. In Anlehnung an das Lied "Waltzing Maltida" werden die australischen Fußballerinnen auch "Matildas" genannt.

Äquatorialguinea ist 61. der FIFA-Weltrangliste und damit das schlechtplatzierteste Team der 16 WM-Teilnehmer. Die WM-Qualifikation gelang durch den zweiten Platz bei der Afrika-Meisterschaft 2010. 2008 gelang der bislang größte Erfolg für Äquatorialguinea, als man erstmals Afrika-Meister wurde, durch einen 2:1-Finalsieg gegen Südafrika. Äquatorialguinea ist als eines der kleinsten Länder Afrikas mit knapp 700.000 Einwohnern auch das kleinste Teilnehmerland bei dieser WM. Schlagzeilen machte das Team international bisher leider durch andere Sachen. Nach dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft gab es von den Konkurrenten wiederholt Vorwürfe, dass man Männer einsetze. Dazu kommt, dass seitdem der Brasilianer Marcelo Frigero als neuer Trainer eingestellt wurde, bislang sieben Brasilianerinnen eingebürgert wurden und jetzt für Äquatorialguinea spielen, obwohl sie noch in Brasilien leben und spielen. So könnte man Äquatorialguinea auch als Brasilien II bezeichnen.