VfB Speldorf     
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Sportfreunde Siegen
  VfB Speldorf offiziell
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  SF Siegen offiziell
NRW-Liga (5.) - Sonntag, 3.Oktober 2010, 15.00 Uhr
VfB Speldorf - SF Siegen (1:0) 1:0

Spielort: Ruhr Stadion, Mülheim an der Ruhr
Zuschauer: 1.054
VfB: Gunkel - Stankiewicz, Flöth, Eldrissi - Hupperts, Schütze, Cakiroglu, Scheelen, Hinz (84. Acikgöz) - Pütters (74. Boldt), Tokmak (64. Beric)

SFS: Miletic - Dallman, Bogusz, Nowak (64. Halimi), Arslan - Saidi, Cartus, Schors, Okumak (55. Jakobs) - Uzun, Huke (64. Burk)
Tore:
1:0 Pütters (44.)
Schiedsrichter: Marcel Klein (Siegburg)
Gelb-Rote Karte: Cartus (22., wiederholtes Foulspiel)

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, einmal das größte Stadion in Mülheim an der Ruhr besuchen, welches einem immer 'mal wieder auffällt, wegen seiner Lage direkt an der Bahnstrecke zwischen Essen und Duisburg. An diesem Tag bot sich dafür die perfekte Gelegenheit. Der Mülheimer NRW-Ligist VfB Speldorf feierte an diesem spätsommerlichen Sonntag-Nachmittag seine Premiere in der neuen Heimstätte Ruhr Stadion, weil das alte Stadion am Blötter Weg keine Genehmigung mehr für die fünftklassige NRW-Liga bekam. Nur durch eine Ausnahmegenehmigung durfte man noch ein paar Wochen in der Heimstätte spielen, bis der Umbau des neuen Heimstadions fertig war. Dadurch, dass ich eine Woche beruflich in Ungarn und in der Slowakei unterwegs war und so ein paar Tage keinen Fußball sehen konnte (und gleich zwei VfL-Spiele verpasste) und weil der Gegner an diesem Tag mit dem ehemaligen Zweitligisten Sportfreunde Siegen auch ein paar Gästefans versprach, war das also die Chance, dem Stadion einen Besuch abzustatten, das fast genauso wie das Heimstadion des VfL Bochum heißt.

Bereits in der letzten Saison besuchte ich dieses Spiel, damals noch in der alten Heimstätte des VfB Speldorf am Blötter Weg. Damals besiegte der VfB die Sportfreunde aus Siegen mit 6:1 und die Gäste spielten wie ein sicherer Absteiger. Letztendlich gelang aber der Klassenerhalt aber doch noch relativ souverän. In dieser Saison waren die Vorzeichen aber komplett anders. Die Siegener befanden sich im oberen Mittelfeld der Tabelle, mit Tendenz nach oben, und die Speldorfer lagen nur knapp vor der Abstiegszone. Am Ende siegten die Gastgeber an diesem Tag erneut und hochverdient, diesmal allerdings nur mit einem knappen 1:0. Dadurch liegen beide Klubs jetzt nach neun Spieltagen der Saison 10/11 im gesicherten Mittelfeld der NRW-Liga.

Der VfB Speldorf ist mittlerweile die Nummer Eins im Fußball in Mülheim an der Ruhr, nachdem über Jahrzente eigentlich der 1.FC Mülheim, der jahrelang zweitklassig war und sogar ein paar Jahre in der 2.Bundesliga spielte, der Vorzeigeverein der Stadt war. Seit fast sechs Jahren sorgt der VfB Speldorf wieder für positive Schlagzeilen im Mülheimer Amateurfußball. 2005 wurde man Meister der Niederrheinliga und stieg dadurch in die viertklassige Oberliga Niederrhein auf und schaffte zwei Mal den Klassenerhalt, bevor man wieder abstieg. 2009 gelang erneut der Meistertitel der Niederrheinliga und diesmal die Qualifikation für die fünftklassige NRW-Liga. Dazu gewann man 2009 den Niederrhein-Pokal (im Finale gegen Rot-Weiß Essen) und qualifizierte sich erstmals für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals, wo man in der MSV-Arena Rot-Weiß Oberhausen 0:3 unterlag. In der Saison 09/10 erreichte man einen respektablen achten Platz in der NRW-Liga und darf seit Herbst 2010 als klassenhöchster Klub der Stadt im größten Stadion der Stadt spielen.

Die Sportfreunde Siegen arbeiten derzeit an der sportlichen und wirtschaftlichen Konsolidierung in der fünftklassigen NRW-Liga. Seit 1997 war man immer drittklassig, 2005 gelang sogar der Aufstieg in die 2.Bundesliga, aber nach nur einer Saison war das Abenteuer schon wieder beendet. Nach dem Zweitliga-Abstieg spielte man noch zwei Jahre in der Regionalliga Süd, verpasste aber die Qualifikation für die neugeschaffene 3.Liga. Wegen Zahlungsunfähigkeit und Insolvenzantrag wurde man gleich in die fünftklassige NRW-Liga durchgereicht, wo man in der ersten Saison mit einem völlig neuformierten Team den Klassenerhalt schaffte und auch im zweiten Jahr nur im unteren Mittelfeld herumkrebste.