Schweden
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      Deutschland     
  Schwedischer Fußballverband
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  Deutscher Fußball-Bund
Testspiel 2010/2011 - Mittwoch, 17. November 2010, 20:30 Uhr
Schweden - Deutschland (0:0) 0:0

Spielort: Nya Ullevi Stadion, Göteborg
Zuschauer: 21.959
SWE: Isaksson - Lustig (69.Safari), Granqvist, Majstorovic, Wendt - Larsson, A.Svensson, Källström (88.Gerndt), Wilhelmsson - Wernbloom (75.R.Elm) - Toivonen (69.Berg)
GER: Adler - Boateng (46.Beck), Westermann, Hummels, Schmelzer - Khedira (59.Kroos), Schweinsteiger (60.Cacau) - Großkreutz (78.Götze), Holtby (78.Schürrle), Marin (60.Träsch) - Gomez

Tore:
keine
Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo
(Spanien)

Kurz vor Ende des Jahres gab es also nochmal einen Kurzausflug ins wunderschöne, schon weihnachtlich angehauchte Schweden. Ursprünglich stand eigentlich ein doppelter Besuch, in Berlin und in Göteborg, auf dem Programm. Am ungeliebten Montagabend musste nämlich mein geliebter VfL in der 2. Bundesliga in der deutschen Hauptstadt bei Hertha BSC antreten, und von da aus wollte ich mir Air Berlin weiter nach Göteborg fliegen, wo am Mittwoch das letzte Länderspiel dieses Jahres anstand. Ein wichtiger Geschäftstermin am Dienstag Morgen verhinderte aber leider den Ursprungsplan, und so buchte ich um, flog aber trotzdem über Berlin nach Schweden, aber am gleichen Tag. Immerhin stellte sich hinterher wieder heraus, dass ich mal wieder nichts verpasst hatte, denn der VfL unterlag in Berlin sang- und klanglos mit 0:2. Also ging es dann erst am Dienstag Nachmittag, direkt nach Feierabend, schnell noch zum Flughafen Köln/Bonn, um von dort aus nach Berlin-Tegel zu fliegen. In Tegel angekommen hatte ich eigentlich noch ausreichend Zeit bis zum Weiterflug nach Göteborg. Trotzdem machte ich mich schon zum Gate auf, in der Gewissheit, dass dort sicher noch genug Geschäfte sind, um die Zeit zu überbrücken. Das stellte sich ziemlich schnell als großer Fehler heraus, denn an dem sehr kleinen Flugsteig war leider außer einem einzigen Shop garnichts, und so war stundenlanges Langweilen angesagt. Nach zweistündigem Herumgammeln am Gate ging es dann endlich mit einem der letzten Flüge des Tages weiter zum Landvetter-Airport, dem größten Flughafen von Göteborg, der zweitgrößten Stadt Schwedens mit knapp über 500.000 Einwohnern. Von dort aus ging es dann noch mit dem Airportbus nach Göteborg in die Innenstadt, wo ich weit nach Mitternacht endlich mein vorher reserviertes Hotelzimmer erreichte. Am Mittwoch war dann Sightseeing und Länderspielgucken angesagt, bevor es am Donnerstag Mittag vom kleineren Göteborger Flughafen, dem City Airport, mit dem irischen Billigflieger zurück nach Deutschland, nach Weeze am Niederrhein, ging. Auf dem Rückflug waren mehr als Zweidrittel meiner Mitflieger männlich und sehr eindeutig als deutsche Fußballfans zu identifizieren.

 

Am Mittwoch Morgen fiel mir erst einmal der tolle Ausblick aus meinem Hotelzimmer auf. Ich hatte ein Zimmer mit direktem Blick auf einen Sexshop bekommen und so hatte ich zwei Tage lang einen exklusiven Blick auf Reizwäsche und Sexspielzeug. Nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging ich schon mal zum gerade einmal zehn Gehminuten entfernten "Nya Ullevi Stadion", wo an diesem Abend das Länderspiel Schweden gegen Deutschland stattfinden sollte. Natürlich wollte ich von dem wunderschönen Oldschool-Ground noch ein paar Fotos bei Tageslicht schießen. Nach ein paar Fotos von außen, ging ich einfach mal in den VIP-Bereich hinein und testete mal, wie weit ich komme, bis mich irgendein Ordner stoppen würde. Es interessierte sich aber niemand für mich, und so war ich plötzlich mitten im Stadion und konnte noch ein paar schöne Bilder vom leeren Stadioninneren knipsen. Der erste, was wir auffiel, war, dass die Fahnen der deutschen Fans bereits fernsehgerecht hingen. Das Büffet für die VIPs war aber leider noch nicht eröffnet, so ging ich am Mittag zu meinem Lieblings-Italiener in der Göteborger Innenstadt, um dort zu Mittag zu essen. Natürlich klapperte ich bei schönem Sonnenschein auch noch einmal die Sehenswürdigkeiten, wie den Hafen mit der Oper oder die Markthalle ab.

 

Göteborg bezeichnet sich selbst als "Weihnachtsstadt", und wirbt so um viele Touristen aus aller Welt. So war die zweitgrößte Stadt des Königreiches Mitte November schon weihnachtlich geschmückt und sah vor allem im Dunklen doch sehr nett aus. Tausende Touristen kommen alljährlich nach Göteborg, um den Weihnachtsmarkt auf der Prachtstraße "Avenyn" oder im Vergnügungspark "Liseberg" anzuschauen. Dazu ist dann die gesamte Innenstadt festlich herausgeputzt und wunderschön beleuchtet. Obwohl die ganz große Beschmückung erst Anfang Dezember beginnt, sah das aber auch jetzt schon sehr festlich aus. Allerdings war ich irgendwie noch gar nicht in Weihnachtsstimmung, beschloss aber eines Tages zu einem Besuch um die Weihnachtszeit zurückzukehren, um das Ganze mal in voller Pracht zu erleben. In den Göteborger Restaurants wird dann zur Vorweihnachtszeit traditionell das "Julbord", ein festliches Weihnachtsbuffet (oder eigentlich DAS schwedische Weihnachtsbuffet) angeboten. Dazu gehören u.a. Glögg (der schwedische Glühwein), Pfefferkuchen, eingelegter Hering, Pellkartoffeln, Lachs, Meeresfrüchte, Elch- und Rentierfleisch, Knäckebrot, Schweinerippchen, Dessert und zum Abschluss noch ein Aquavit. Wer das Ganze einmal in der "Light-Version" erleben möchte, kann auch in der Vorweihnachtszeit zu Ikea gehen.

Abends ging ich dann wieder kurz hinüber zum Nya Ullevi Stadion, dessen Flutlichter die gesamte Umgebung erleuchteten und bereits von meinem Hotelzimmer aus zu sehen waren. Von dem Spiel selbst hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen. Trotz vieler Absagen (bei Deutschland fehlten u.a. Lahm, Özil oder Podolski und bei Schweden vor allem der Superstar Zlatan Ibrahimovic) kamen aber fast 22.000 Zuschauer zu diesem Testkick bei fast winterlichen Bedingungen (abends waren es ca. -3°C). Die schwedische Tageszeitung "Aftonbladet" schrieb hinterher, dass der eigentliche Sinn dieses Testspiels nur war, Schwedens Superstar Ibrahimovic zum Winterball des schwedischen Fußballs zu locken, den man schlauerweise auf den Abend vor diesem Länderspiel gelegt hatte. Da brauchte er auch am Mittwoch gar nicht zu spielen, Hauptsache er war mal wieder zu Hause und schmückte die Veranstaltung mit seiner Anwesenheit.

Die Zuschauer, die der Kälte getrotzt und das Stadion dem warmen Wohnzimmer vorgezogen hatten, bekamen kein sehr schönes Spiel zu sehen. Die Schweden waren viel zu viel damit beschäftigt, hinten die Null zu halten und zeigten während der 90 Minuten kaum Offensivdrang. Das damals extrem junge deutsche Team, u.a. mit Mats Hummels (21), Marcel Schmelzer (22), Jerome Boateng (22), Kevin Großkreutz (22), Lewis Holtby (20), Marko Marin (21), also einigen späteren Weltmeistern in der Anfangsformation, wie mit den eingewechselten André Schürrle (20) und Mario Götze (18), traute sich einfach zu wenig zu. Sobald man mal etwas Druck ausübte und ein paar Kombinationen gelangen, wackelten die Gastgeber sofort bedenklich. Leider wurde das aber ingesamt zu wenig gemacht, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass durch die vielen Auswechslungen während des Spiels kaum Spielfluss zu Stande kam. Nach dem Spiel wurden jedenfalls Christian "Chippen" Wilhelmsson für Schweden und Andreas Beck für Deutschland als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet.

Damit bleibt es dabei, dass die DFB-Auswahl im Ullevi Stadion in Göteborg einfach nicht gewinnen kann.
Überhaupt war das Ullevi Stadion bislang kein gutes Pflaster für die A-Nationalmannschaften des DFB. Alle fünf deutschen Siege auf schwedischem Boden gegen Schweden wurden in Stockholm bzw. Solna errungen. In Göteborg dagegen gab es fast nur Niederlagen. Bei der Fußball-WM 1958 in Schweden hatten die Gastgeber 3:1 im Halbfinale in Göteborg gegen die Auswahl des Deutschen Fußballbundes gesiegt. Bei einem Testspiel 1971 gewannen die Gastgeber mit 1:0, ebenfalls im Ullevi Stadion. Bei der Fußball-EM 1992 in Schweden bekam das deutsche Team in der Vorrunde eine Lehrstunde von den Niederländern und unterlag verdient mit 1:3, natürlich in Göteborg, gegen Rijkaard, Gullit, van Basten & Co. Zwar gelang im Halbfinale eine Art Revanche für 1958, indem man die Schweden in Solna 3:2 besiegte. Aber das EM-Finale 1992 verlor man dann, wiederum im Ullevi Stadion, bekanntermaßen mit 0:2 gegen Dänemark.

 

"Nya Ullevi Stadion" bedeutet so viel wie "Neues Ullevi Stadion", und dieser Name wird auch beibehalten, obwohl er mittlerweile gar nicht mehr passt. Das erste Ullevi Stadion war 1916 ein paar Hundert Meter weiter erbaut worden, bevor das neue Ullevi Stadion 1958 für die Fußball-WM in Schweden als Endspielort gebaut worden war. Das alte Ullevi Stadion wurde aber auch erhalten und weiter genutzt, weil das neue Stadion viel zu groß für die Göteborger Fußballklubs war, und fortan "Gamla Ullevi" (also "Altes Ullevi") genannt. 2009 wurde dann aber das mittlerweile ziemlich veraltete "Gamla Ullevi" abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Weil sich die beiden Namen im Volksmund so festgesetzt haben, spricht man aber auch weiter vom "Gamla Ullevi", wenn das mittlerweile modernere Stadion meint, und von "Nya Ullevi", wenn das mittlerweile ältere Stadion meint.

Nya Ullevi außen
Nya Ullevi außen
Spielankündigung vor dem Nya Ullevi Stadion
Spielankündigung vor dem Nya Ullevi Stadion
Spielankündigung vor dem Nya Ullevi Stadion
Spielankündigung vor dem Nya Ullevi Stadion
Nya Ullevi innen, am Nachmittag vor dem Spiel
Nya Ullevi innen, am Nachmittag vor dem Spiel
Nya Ullevi innen, am Nachmittag vor dem Spiel
Nya Ullevi innen, am Nachmittag vor dem Spiel
Nya Ullevi innen, am Nachmittag vor dem Spiel
Nya Ullevi innen, am Nachmittag vor dem Spiel
Nya Ullevi, am Abend kurz vor dem Spiel
Nya Ullevi, am Abend kurz vor dem Spiel
Nya Ullevi außen
Nya Ullevi außen
Nya Ullevi innen
Nya Ullevi innen
Nya Ullevi innen
Nya Ullevi innen
deutsche Fans im Gästeblock
deutsche Fans im Gästeblock
deutsches Team bei der Nationalhymne
deutsches Team bei der Nationalhymne
deutsche Fahne bei der Nationalhymne
deutsche Fahne bei der Nationalhymne
Nya Ullevi Stadion bei den Nationalhymnen
Nya Ullevi Stadion bei den Nationalhymnen
Anzeigetafel mit Endstand
Anzeigetafel mit Endstand
deutsches Team bedankt sich nach Schlusspfiff bei Fans
deutsches Team bedankt sich nach Schlusspfiff bei Fans
deutsche Spieler auf dem Weg in die Kabine
deutsche Spieler auf dem Weg in die Kabine
der Ausblick von meinem Hotelzimmer
der Ausblick von meinem Hotelzimmer
schon weihnachtlich geschmücktes Treppenhaus im Hotel
schon weihnachtlich geschmücktes Treppenhaus im Hotel
Die Oper in Göteborg
Die Oper in Göteborg
Göteborg Hafen
Göteborg Hafen
Göteborg Markthalle
Göteborg Markthalle
Göteborg City
Göteborg City
weihnachtlich geschmückter Vergnügungspark "Liseberg"
weihnachtlich geschmückter Vergnügungspark "Liseberg"
Eingang zum Vergnügungspark "Liseberg"
Eingang zum Vergnügungspark "Liseberg"

Alle Spiele Schweden vs. Deutschland:

1911 (Test) SWE – GER 2:4 (D-Tore: Dumke(3),Kipp), in Stockholm
1923 (Test) SWE – GER 2:1 (Seiderer), in Stockholm
1925 (Test) SWE – GER 1:0 (-), in Stockholm
1928 (Test) SWE – GER 2:0 (-), in Stockholm
1931 (Test) SWE – GER 0:0 (-), in Stockholm
1935 (Test) SWE – GER 3:1 (Rohwedder), in Stockholm
1941 (Test) SWE – GER 4:2 (Lehner,F.Walter), in Stockholm
1956 (Test) SWE – GER 2:2 (Schröder,Biesinger), in Stockholm
1958 (WM) SWE – GER 3:1 (Schäfer), in Göteborg
1963 (Test) SWE – GER 2:1 (Dörfel), in Stockholm
1971 (Test) SWE – GER 1:0 (-), in Göteborg
1965 (WM-QU) SWE – GER 1:2 (Krämer,Seeler), in Stockholm
1985 (WM-QU) SWE – GER 2:2 (Völler,Herget), in Stockholm
1990 (Test) SWE – GER 1:3 (Klinsmann,Völler,Brehme), in Stockholm
1992 (EM) SWE – GER 2:3 (Riedle(2),Häßler), in Solna
2010 (Test) SWE – GER 0:0 (-), in Göteborg

2013 (WM-QU) SWE - GER 3:5 (Schürrle(3),Özil,Götze), in Solna

17 Spiele – 8 – 4 – 5 – 31:27 Tore