KRC Racing Genk
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Standard de Liege
  KRC Genk Offiziell
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  Standard Offiziell
1.Liga Belgien 09/10 - Sonntag, 4.April 2010, 20.30 Uhr
KRC Genk - Standard de Liege (1:0) 1:0

Spielort: Cristal Arena, Genk
Zuschauer: 20.500
KRC: Köteles - Anele, Matoukou, João Carlos, Pudil - Hubert, Camus, Buffel, De Bruyne (85.Tözser) - Barda, Ogunjimi (85.Yeboah)
SDL: Van Hout - Goreux, Sarr, Mangala, Gershon - Dufer, Daerden (79.Pocognoli), Dalmat, Nicaise - Grozav (67.Witsel), Traoré (61.De Camargo).
Tore:
1:0 Barda (36.)
Schiedsrichter: Van de Velde

Am Ostersonntag 2010 ging es mal wieder nach Belgien, diesmal ins eine halbe Autostunde von Aachen entfernte Genk. Genk erinnert auf den ersten Blick doch sehr an meine Heimatstadt Bochum. Die typische Industriestadt Genk lebte früher vom Kohleabbau und auch von der Stahlherstellung, mittlerweile sind alle Zechen geschlossen worden und ein Automobilhersteller ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Die Bevölkerung ist eine bunte Mischung durch verschiedene Einwandererwellen aus Italien, Polen oder der Türkei sowie vielen anderen Ländern. So könnte auch eine Beschreibung Bochums lauten.

Der Fußballklub von Genk, der Koninklijke Racing Club Genk, kurz KRC Genk, gehört allerdings zu den erfolgreichsten belgischen Fußballklubs der letzten Jahre. 1988 aus einer Fusion von Thor Waterschei und KFC Winterslag entstanden, gehörte man bis auf drei Jahre in der zweiten Liga immer der Eliteklasse des Landes an und wurde 1999 und 2002 Belgischer Fußballmeister. Dazu kommen drei Pokalsiege 1998, 2000 und 2009. In der erfolgreichsten Zeit zwischen 1997 und 2000 war Thordur Gudjonsson
, der vom VfL Bochum nach Flandern gewechselt war, einer der wichtigsten Leistungsträger des KRC.

So trifft heute der aktuelle Belgische Pokalsieger KRC Genk auf den aktuellen Belgischen Meister Standard de Liege. Beide können ihre Titel allerdings nicht mehr verteidigen, denn im Pokal sind beide bereits ausgeschieden und beide verpassten die Meisterrunde, in der nur die besten sechs Klubs der aktuellen Saison teilnehmen dürfen, und trafen heute in der Play-Off-Runde aufeinander, wo es "nur" noch um einen Platz in der Europa League geht. Standard aus der Stadt, die auf Spanisch übrigens Lieja heißt, wurde als Titelverteidiger nur enttäuschender Achter in dieser Jupiler League Saison und Genk sogar nur Elfter.

Die Gäste, aus der Stadt, die auf Niederländisch übrigens Luik heißt, scheinen auf diese Play-Off-Runde aber keinen großen Wert mehr zu legen, denn sie traten heute nur mit einer B-Elf an und schonten einige ihrer Leistungsträger für den kommenden Donnerstag, wo man im Viertelfinale der Europa League im Rückspiel den Hamburger SV empfängt. Dementsprechend waren die Gastgeber deutlich überlegen und hätten eigentlich viel höher als 1:0 gewinnen müssen. Allein drei Mal vergaben sie freistehend vor dem Tor die große Chance, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Das Tor des Tages erzielte so der israelische Nationalstürmer Elyaniv Barda. 
 

Durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel in den Play-Offs hat Genk noch gute Chancen auf den letzten freien Platz in der Europa League. So war das Stadion heute mit über 20.000 Zuschauern auch gut gefüllt (offiziell passen 24.604 Zuschauer hinein). Die Supporter des KRC Genk konnten durchaus überzeugen (das "RC Genk allez, RC Genk allez" begleitete einen die gesamte Rückfahrt noch als Ohrwurm), während die Gästeanhänger aus der Stadt, die auf Italienisch übrigens Liegi heißt, dagegen genauso wie ihr Team enttäuschten und die meiste Zeit ziemlich still waren.