PSV Eindhoven   
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Excelsior Rotterdam
  PSV Eindhoven Offiziell
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  Excelsior Rotterdam Offiziell
1.Liga NL 10/11 - Samstag, 13.November 2010, 18.45 Uhr
PSV Eindhoven - Excelsior Rotterdam (2:1) 4:2

Spielort: Philips Stadion, Eindhoven
Zuschauer: 33.400
PSV: Isaksson - Bouma, Hutchinson, Pieters, Marcelo - Engelaar (46.Bakkal), Affelay, Toivonen - Dszudzsák, Berg (85.Koevermans), Lens (80.Wuytens)
S
BV: Paauwe - Van Steensel, Nelom (83.Waisapy), Nieveld, Bovenberg - Koolwijk, Ramsteijn, Wattamaleo, Clasie (60.Baltes) - Lagouireh (59.Bergkamp), Fernandez
Tore:
0:1 Bovenberg (6., Kopfball, Vorarbeit Koolwijk),
1:1 Lens (19., Rechtsschuss, Affelay),
2:1 Bouma (34., Kopfball, Lens),
3:1 Toivonen (50., Kopfball, Affelay),
3:2 Fernandez (70., Rechtsschuss, Koolwijk),
4:2 Marcelo (78., Rechtsschuss, Lens)
Schiedsrichter: Ruud Bossen

Wenn ich an den PSV Eindhoven denke, dann denke ich zuerst immer an Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Jedes Mal in den Sommerferien auf Sylt damals, wenn bei uns die großen Fußballspiele nachgestellt wurden, verkörperte ich natürlich Fußballgrößen wie Thomas Kempe, Uwe Leifeld, Jupp Nehl, Ralf Zumdick oder Thomas Epp, während mein Ferienkollege lieber Spieler des PSV Eindhoven sein wollte. Zugegebenermaßen spielte der PSV zu dieser Zeit den schönsten und besten Fußball Europas. Zwischen 1986 und 1992 wurde man sechs Mal Niederländischer Meister und 1988 gewann man hochverdient die Champions League, die damals noch so schön "Europapokal der Landesmeister" hieß und hatte Spieler wie Hans van Breukelen, Ruud Gullit, Eric Gerets, Ronald Koeman, Jan Heintze, Sören Lerby oder Frank Arnesen in seinen Reihen.

Der PSV Eindhoven, genauergesagt "Eindhovense Voetbalvereniging Philips Sport Vereniging", wurde 1913 als Werksklub des Philips-Konzerns gegründet und ist inzwischen neben Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam der erfolgreichste niederländische Fußballklub. 21 Mal wurde man Niederländischer Meister (das letzte Mal 2008), 8 Mal Niederländischer Pokalsieger (das letzte Mal 2005), 1988 gewann man wie schon geschrieben die Champions League und 1978 wurde man UEFA-Cup-Sieger. Neben den oben genannten Spielern wurden beim PSV auch Spieler wie Ronaldo, Romário, Ruud van Nistelrooy, Jaap Stam, Philip Cocu, Mark van Bommel oder Arjen Robben ausgebildet. Mit Ibrahim Affelay, der 2010 mit den Niederlanden Vizeweltmeister wurde, steht schon schon der nächste potenzielle Superstar auf dem Sprung.

Traditionell verhalf und verhilft der PSV immer vielen großen Talenten aus Südamerika und Skandinavien zum internationalen Durchbruch. So stehen im aktuellen Kader mit Andreas Isaksson, Marcus Berg und Ola Toivonen drei schwedische Nationalspieler im Aufgebot. Toivonen beobachte ich schon seit 2006, seit er vor meinen Augen im Trikot von Malmö FF den damaligen Gegner fast ganz alleine auseinander nahm und als er 2009 bei der U21-EM im eigenen Land überzeugte und gleich vom PSV Eindhoven verpflichtet wurde. In dieser Saison empfiehlt er sich für internationale Spitzenklubs, mit bislang 9 Saisontoren in 12 Saisonspielen in der Ehrendivision.

Aktueller Trainer beim PSV Eindhoven ist Fred Rutten, der in der Saison 2008/09 beim FC Schalke 04 so grandios scheiterte. Mitgebracht hat er natürlich auch seinen Lieblingsspieler Orlando Engelaar, der auch in der Bundesliga als Synonym für sein damaliges Scheitern steht, weil er trotz grottenschlechter Leistungen immer an ihm festhielt. Und Engelaar scheint in Eindhoven ähnlich beliebt wie bei Schalke zu sein, denn als der Stadionsprecher zu Beginn der zweiten Halbzeit seine Auswechslung bekann gab, reagierte das Eindhovener Publikum mit höhnischem Applaus und Gelächter.

Die knapp 30.000 Zuschauer sahen an diesem tristen November-Abend mit Dauerregen ein sehr kurzweiliges Spiel. Mit dem 4:2 waren die Gäste am Ende eigentlich sehr gut bedient, denn die Gastgeber spielten offensiv phasenweise einen überragend schönen Fußball, spielten sich dabei viele hochkarätige Torchancen heraus und scheiterten auffällig oft nur an Latte und Pfosten. Auch wenn das Endergebnis und die Torfolge anderes vermuten lassen würden, hatten die Gäste nie den Hauch einer Chance und mit etwas mehr Glück hätten die Gastgeber dieses Spiel eigentlich 8:2 gewinnen müssen.

Die Gäste von Excelsior Rotterdam sind in Rotterdam nur die Nummer drei in der Stadt, hinter Feyenoord und Sparta und schafften 2010 wieder einmal den Aufstieg in der niederländische Eliteliga. Excelsior ist ein typisches Fahrstuhlteam, das ständig zwischen den beiden ersten Ligen in den Niederlanden hin- und herpendelt. Von 1997 bis 2005 war man dazu das "Farmteam" von Feyenoord Rotterdam. In der vergangenen Saison 09/10 gelang der Aufstieg, als man Stadtrivale Sparta überraschenderweise in der Relegation schlagen konnte, mit einem Team, in dem viele Leihgaben und Talente von Feyenoord spielen und deren Trainer mit Alex Pastoor ein ehemaliger Jugendtrainer von Feyenoord ist. Zu Beginn dieser Erstliga-Saison gelang Excelsior ein ganz besonderer Erfolg, als man das Derby zu Hause gegen Feyenoord mit 3:2 gewinnen konnte.