Germinal Beerschot
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   KRC Racing Genk   
  Germinal Beerschot Offiziell
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  KRC Genk Offiziell
1.Liga Belgien 09/10 - Samstag, 26.Dezember 2009, 20.00 Uhr
Germinal Beerschot - KRC Genk (0:0) 1:0

Spielort: Olympisch Stadion, Antwerpen
Zuschauer: 9.943
GBA: Pacovski - M.Monteyne, Clement, Mikulic, P.Monteyne - Wanyama (16.Cruz), Wamfor, De Decker, Goor - Dosunmu (90.+2 Tshibuabua), MacDonald
KRC: Köteles - Matoukou, Joao Carlos, Joneleit, Tiago - Buffel (76.De Bruyne), Anele, Tözser, Pudil (29.Camus, 54.Toth) - Barda, Ogunjimi
Tore:
1:0 Dosunmu (67.)
Rote Karte: Matoukou (40., Genk)
Schiedsrichter: Johan Verbist

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2009 ging es nach Belgien, und zwar nach Antwerpen, in die mit fast 500.000 Einwohnern größte Stadt des Landes. Der Weg von Bochum nach Antwerpen gestaltet sich äußerst kompliziert. Man fahre einfach auf die A40 Richtung Essen und dann immer geradeaus, über die niederländische Grenze, dann über die belgische, bis schließlich nach ca. 2 Stunden Antwerpen erreicht ist. Nach dem Abholen der bestellten Eintrittskarte wurde noch ein bisschen Sightseeing betrieben. Die Zeit bis zum Anpfiff wurde dann unfreiwillig mit ständig neuer Parkplatzsuche vertrieben. Der erste Parkplatz gefiel nicht besonders, da das Viertel am Stadion nicht besonders seriös wirkte. Also wurde ein neuer Parkplatz direkt am Stadion gefunden ..., der aber nach einiger Zeit wieder geräumt werden musste, weil ausgerechnet dieser Bereich von der Polizei abgesperrt wurde und akute Abschleppgefahr herrschte. Dem Abschleppdienst entkommen also doch wieder im wenig einladend wirkenden Anwohngebiet geparkt. Zum Glück war das Auto aber nach Abpfiff noch da und unbeschädigt.

Der Antwerpener Fußballklub Germinal Beerschot spielt im Olympiastadion, das den Namen tragen darf, weil an gleicher Stelle 1920 der Fußballwettbewerb der VII. Olympischen Sommerspiele ausgetragen wurde. In früheren Jahren fanden dort bis zu 40.000 Zuschauer Platz, heute dürfen noch knapp 13.000 Zuschauer offiziell herein. Zuschauermäßig ist Germinal Beerschot zwar nur die Nummer zwei in der Stadt, aber da der viel beliebtere Royal FC Antwerpen seit ein paar Jahren nur noch in der zweiten Liga herumkrebst, ist man derzeit zumindest sportlich die Nummer eins.

Germinal Beerschot ist dazu noch ein recht junger Verein. Er entstand 1999 aus der Fusion von Germinal Ekeren und Beerschot VAC. Germinal Ekeren spielte zu dieser Zeit zwar erstklassig, aber hatte kein Stadion, das den Statuten des belgischen Fußballverbandes entsprach, und drohte deswegen die Lizenz zu verlieren. Beerschot VAC war ein Traditionsklub, der in den 1920er und 1930er Jahren immerhin 7 Mal Belgischer Meister wurde, aber zu dem Zeitpunkt der Fusion nur noch drittklassig spielte und kurz vor der Pleite stand. So fusionierte man 1999 zu "Germinal Beerschot Antwerpen" und spielt seitdem im Stadion von Beerschot VAC. Aber Beerschot scheint ganz klar der Gewinner der Fusion zu sein, denn die Farben lila-weiß, die Farben von Beerschot, dominieren absolut und die Farben gelb-rot von Ekeren gehen fast total unter. Dazu kommt, dass in den Anfeuerungsrufen nur das Wort "Beerschot" vorkommt, z.B. im langgezogenen "Beeeeeeeeeerschot", das Gänsehaut verursacht, weil alle Tribünen mitmachen.

Nicht nur das Stadion, das wunderbar altmodisch mitten in einem Wohngebiet gelegen ist, versprüht jede Menge "britische" Atmosphäre. Auch der Support und die Atmosphäre im Olimpisch Stadion sind sehr "britisch", d.h. optisch haben die Heimsupporter
, die auf der Gegentribüne stehen,
nichts zu bieten, dafür kommen die Anfeuerungsrufe sehr lautstark herüber und sehr schön gehen sie beim Powerplay des eigenen Teams oder bei Fouls an den eigenen Spielern ab. Gleiches gilt für die Gästeanhänger aus dem ca. 1 Autostunde entfernten Genk, die optisch ebenfalls nichts boten, aber mit ihren Gesängen immer mal wieder sehr laut waren.

Germinal Beerschot hält sich seit seiner Gründung 1999 souverän in der ersten belgischen Liga. 2005 gelang der bislang größte Erfolg der jungen Vereinsgeschichte, als man Belgischer Pokalsieger wurde. Racing Genk ist einer der besten belgischen Fußballklubs der letzten Jahre. 1999 und 2002 wurde man Belgischer Meister, dazu kommen noch drei Pokalsiege (1998, 2000 und 2009).

Auch wenn es in diesem Spiel nur ein einziges Tor gab, war es doch ein sehr interessantes Spiel, in dem beide Teams vor allem kämpferisch überzeugen konnten. Die Gastgeber machten von Beginn an viel Druck und kamen zu vielen sehr guten Torchancen. Wenn sie ihre zahlreichen Möglichkeiten etwas besser ausgenutzt hätten, hätten sie das Spiel eigentlich viel höher gewinnen müssen. Das beste Spieler des Tages, der Nigerianer Tosun Dosunmu, erzielte in der 67. Minute verdientermaßen das Tor des Tages. Für Beerschot läuft es damit in dieser Saison sehr gut. Derzeit liegt man auf Rang vier in der belgischen Jupiler Pro League. Racing Genk dagegen rutschte durch diese Niederlage tiefer in den Abstiegskampf.