1. April 2005

Saison-Vorschau 2005


Vorbericht Stabæk IF, Saison 2005: Wieder Erfolg mit Schweden?

Hans Backe und Anders Linderoth, beide Schweden, waren sehr erfolgreiche Trainer bei Stabæk. Jetzt probiert der Klub dieses Trainerrezept zum dritten Mal.

Der frühere Landskrona- und Ljungskile-Trainer Jan Jönsson (44) wurde als der richtige Mann ausgesucht, um Stabæk nach einem Jahr wieder direkt zurück in die 1. norwegische Liga (Tippeliga) zu führen. Der Klub aus Bærum hatte seit 1994 nicht mehr in der 2.Liga gespielt. Damals gelang der direkte Durchmarsch aus der 3.Liga in die 1.Liga, und damals war Stabæk im Aufwind, der bis zum Abstieg in der letzten Saison andauerte.

Die norwegische 2.Liga ist weit unter dem Niveau, auf dem Stabæk zukünftig spielen möchte. Jetzt hofft man auf bessere Zeiten unter schwedischer Führung.

"Das war ein bisschen zufällig, dass es wieder ein Schwede geworden ist. Wir haben uns auf mehreren Märkten umgesehen, aber wenn man in unserer Position ist, kann man in Norwegen nicht auswählen oder aussortieren", sagte Tom Schelvan, seit vielen Jahren Sportlicher Leiter bei Stabæk.

So fiel die Wahl auf Jan Jönsson - einen Mann, der das Thema Aufstieg gewohnt ist. In der Saison 2001 führte er Landskrona von der 2. in die 1. schwedische Liga, bevor er im Sommer letzten Jahres dort entlassen wurde. 1998 hatte er das kleine Ljungskile bis zum höchsten schwedischen Niveau geführt. Und in der Saison 2005 wird von ihm erwartet, dass er durch den Aufstieg mit Stabæk seinen persönlichen Hattrick perfekt macht.

"Wir haben Landskrona spielen sehen, und glauben, dass seine Art Fußball zu denken, gut zum Stabæk-Profil passt", sagte Tom Schelvan weiter.

Die Verantwortlichen von Stabæk unterhielten sich erst mit Hans Backe und Anders Linderoth, bevor sie sich endgültig für Jan Jönsson entschieden. Genauso führte Jönsson ein entsprechendes Gespräch mit den beiden schwedischen Trainern, bevor er seinen Vertrag mit Stabæk unterschrieb.

"Backe und Linderoth haben so viel Positives über Stabæk erzählt. Ich hatte ein positives Gefühl bei Stabæk, und habe gemerkt, dass es in diesem Klub sehr viel Enthusiasmus und Wärme gibt", sagte der neue Stabæk-Trainer.

Der 44-jährige bringt nach Norwegen und zu Stabæk auch vierjährige Erfahrung im japanischen Spitzenfußball mit. Jönsson war bei den beiden Klubs Kobe und Hiroshima Assistent des früheren Lyn-Coaches und jetzt aktuellen Nationaltrainers von Südafrika, Stuart Baxter.

"Das war eine neue Erfahrung, sowohl menschlich als auch fußballmäßig", sagte der Fußballlehrer aus Halmstad, der in seiner Zeit in Japan fließend japanisch lernte.

Das Ziel mit Stabæk ist ganz klar, den Aufenthalt in der 2.Liga genauso kurzweilig zu gestalten wie in der Saison 1994. Alles andere als der direkte Wiederaufstieg wäre eine große Enttäuschung. Mit einem Etat von 23 Millionen Kronen (ca. 2,8 Millionen Euro) ist Stabæk zusammen mit Sogndal an der Spitze der 2.Liga in Norwegen. "Wir wollen so schnell wie möglich wieder nach oben", sagte Jan Jönsson.

Seit dem Ende der letzten Saison hat Stabæk u.a. seinen Kapitän und Spielmacher Martin Andresen an Brann Bergen verloren. Innenverteidiger André Muri verließ Stabæk zum Vizemeister Vålerenga Oslo. Außenspieler Stian Ohr ging zurück zu Molde FK. Des Weiteren ging Samuel Wowoah zurück zu Djurgården Stockholm, nachdem er nur ausgeliehen war. Schließlich ging auch der Däne Mads Jørgensen zurück zu Brøndby IF.

Allerdings wird nur der Verlust der beiden erst genannten Spieler Stabæk wirklich treffen, denn Ohr und Wowoah gehörten selten zum Stamm, und Jørgensen war oft verletzt.

Die restlichen Spieler aus dem Abstiegs-Team haben sich dafür entschieden, Stabæk auch in der 2.Liga treu zu bleiben. Deswegen hat das Team, allein schon wegen der Erfahrung, gegenüber den Konkurrenten große Vorteile. Und es kann noch besser werden.

"Wir haben die finanziellen Mittel, um das Team zu verstärken. »Das Martin-Geld«, wie wir das nennen, soll für neue Spieler benutzt werden", sagte Tom Schelvan.

Stabæk bekam für den Verkauf von Martin Andresen umgerechnet 1,25 Millionen Euro von Brann Bergen überwiesen. Das gibt dem Klub Handlungsfreiheit. Aber nicht um jeden Preis. "Wir müssen mit Spielern mit dem richtigen Charakter zufrieden sein. Zusätzlich zu den unseren Youngstern brauchen wir noch welche mit Erfahrung und Muskeln", sagte der neue Chefcoach Jan Jönsson.

Inzwischen wurde der Kader verstärkt. Für den Sturm wurde der Schwede Daniel Nannskog verpflichtet, der zuletzt 1,5 Jahre in China gespielt hat, aber schon jede Menge Erfahrung aus der schwedischen 1.Liga mitbringt. Mit Jesper Jansson kehrte einer der Pokalhelden von 1998 zurück, der mit einer Beschäftigung im Verein nach dem Ende seiner Karriere gelockt wurde. Er spielte zuletzt beim schwedischen Erstligisten Helsingborg, und war dort Kapitän und absoluter Leistungsträger. Dazu kommt für die Außenpositionen noch der Finne Christian Sund vom FC Lahti, der auch schon Erfahrung in der schwedischen 1.Liga gesammelt hat.

So könnte die Wunschelf für die Saison 2005 aussehen: Jon Knudsen - Morten Skjønsberg, Mike Kjølø, I.A.Olsen, Christian Holter - Christian Sund, Jesper Jansson, Tommy Stenersen, Tom Stenvoll - Thomas Finstad, Daniel Nannskog.

Eirik Markegård: Nachwuchshoffnung für den Sturm:

Während seine Freunde in Hemsedal sich beim Alpin Skifahren wohler fühlen, setzte Eirik Markegård als 16-jähriger ganz auf die Karte Stabæk und Fußball. Mit sich im Gepäck hatte er nur Erfahrung in der 7.Divisjon, aber gleichzeitig massenweise Talent.

Nur zwei Jahre später debütierte der zielbewusste Eirik Markegård im A-Team von Stabæk in der norwegischen 1.Liga. In der letzten Saison gab es für ihn den endgültigen Durchbruch im Profifußball. Er bekam in der Rückrunde viel Spielzeit und etablierte sich in der norwegischen U-21-Nationalmannschaft.

"Ja, es ist viel passiert. Der Wechsel von Hemsedal zu Stabæk war sehr groß. Das war etwas ganz anderes. Alles wurde auf eine ganz andere Weise gemacht, mit fester Routine", sagte Eirik Markegård.

Der 20-jährige ist einer von sieben Spielern in Stabæks A-Team, die zwischen 18 und 22 Jahre alt sind. Das ist eine bedeutende Anzahl, verglichen mit anderen Klubs in den beiden obersten Ligen.

"Stabæk lässt junge Spieler einfach schnell auf einem hohen Niveau spielen, und die Spieler rücken schnell nach oben", sagte Eirik Markegård, der fest vom direkten Wiederaufstieg überzeugt ist. "Wir werden wieder aufsteigen", sagte er.