1. April 2004

Saison-Vorschau 2004


Vorbericht Stabæk IF, Saison 2004: Jugend forsch

Viele Stars hat Stabæk in den letzten Jahren verloren. Aber Trainer Gaute Larsen lässt das nicht verzweifeln. Die Ergebnisse sind trotzdem in den letzten Jahren immer besser geworden. Seit 1997 war Stabæk immer unter den besten Fünf in der Tippeliga (norwegische 1.Liga). Das ist stabil, und das ist stark!

Gleichzeitig hat es in dieser Zeit große Veränderungen in dem Klub gegeben. In der Saison 2001 hatte Stabæk ein Team mit großen Namen. Dann kam die wirtschaftliche Krise, seitdem musste der Klub in jedem Jahr Stars verkaufen.

Komischerweise hatte das aber keine negativen Konsequenzen für die sportliche Stärke. Ganz im Gegenteil, denn in der letzten Saison klappte es besser als jemals zuvor. In einer verrückten Saison wurde Stabæk Dritter, inklusive einem 6:1-Auswärtssieg bei Meister und Pokalsieger Rosenborg Trondheim.

"Die besten Spieler verlassen gute Mannschaften. Rosenborg musste auch jahrelang pro Saison ein bis zwei Spieler abgeben, aber hat immer Ersatz gefunden. Das haben wir auch gemacht. Teilweise neue Spieler geholt, aber vor allem haben wir die, die wir schon haben, aufgebaut oder umgeschult. Und dazu betreiben wir eine gute Nachwuchsarbeit. 12 der Spieler in unserem Kader in dieser Saison haben in Junioren-Teams bei Stabæk gespielt. Darauf sind wir sehr stolz", sagte Stabæks Coach Gaute Larsen.

In der letzten Saison gelang Stabæk ein sehr guter Saisonstart, mit Christian »Chippen« Wilhelmsson als dem großen Spielmacher. Als er im Sommer an den RSC Anderlecht verkauft wurde, dachten viele, dass Stabæk vor einem Absturz steht. Sie könnten froh über die Punkte sein, die sie bereits haben. Ansonsten würde der Abstieg drohen, war die Meinung in Norwegen.

Stattdessen wurde Stabæk im Herbst von Spiel zu Spiel immer besser - jetzt mit Martin Andresen in der Rolle des Spielgestalters. Er wurde vor Beginn dieser Saison im Februar an die Blackburn Rovers in die englische Premier League ausgeliehen (wird aber ab 1. Juli wieder für Stabæk spielen).

"Martin hatte einen fantastischen Herbst, eine fantastische Saison. Aber wir zittern nicht. Wir wünschen ihm viel Glück, im sicheren Gefühl, dass wir schon traditionell jeden »Unersetzbaren« ersetzt haben", sagte Gaute Larsen noch vor der Saison.

Er war sich ganz sicher, dass man Martin Andresen gut ersetzen kann. Es gilt neue Möglichkeiten zu sehen und an Neues zu denken. "Wir haben uns die ganze Zeit immer in neuen Situationen bewähren müssen und haben es hinbekommen. Mike Kjølø kam zu uns als Außenverteidiger, und jetzt ist er ein guter Innenverteidiger. Tommy Stenersen war ein Flügelspieler, jetzt spielt er zentral. Inge André Olsen war Innenverteidiger, jetzt spielt er außen. Peter Sand war Mittelfeldspieler, jetzt ist er Stürmer", sagte Larsen.

"Wir haben nicht viele externe Spieler geholt, aber die wir geholt haben, haben alle eingeschlagen. Nimm Stian Ohr. Er hat bei Vålerenga fast nicht gespielt, aber war bei uns ein Leistungsträger. Und wir füllen den Kader mit eigenen Spielern auf. Thomas Finstad und Tommy Stenersen haben sich gut entwickelt, André Muri fängt an, erfahrener zu werden. In der letzten Saison haben Morten Skjønsberg, Mads Clausen, Samir Fazlagic und Branimir Poljac die Chance bekommen und ihre Sache ganz gut gemacht. Und in dieser Saison werden sie noch besser. Und jetzt klopfen Henning Hauger, Christian Tanum, Bjørnar Holmvik und Eirik Markegård an die Tür", sagte Larsen.

Er meint, dass man sich bei Stabæk als junger Spieler gut entwickeln kann. "Wir sind aus einem Team mit vielen großen Namen zu einem Team mit wenigen großen Namen geworden. Wir mussten uns vollständig umstellen. Das haben wir gemacht, indem wir die Trainingskultur gestärkt haben und den Spielern bewusst gemacht haben, dass sie sowohl für sich als auch für die Mannschaft Verantwortung übernehmen. Das ist der große Unterschied zu der Zeit vor vier bis fünf Jahren", sagte Larsen.

Larsen macht keinen Hehl daraus, dass er die Herausforderungen mag, vor denen er steht. "Eine Mannschaft zu entwickeln und aufzubauen, liegt mir. Früher hatten wir Stars und sollten mit ihnen Ergebnisse erreichen. Jetzt versuchen wir selbst Stars zu schaffen, durch die Ergebnisse, die wir erreichen. Meiner Meinung nach ist das eine bessere Reihenfolge", sagte er.

Dazu ist der Erwartungsdruck seiner Meinung nach kleiner geworden. "Vorher waren mit unserem Team voller Stars immer in der Favoritenrolle und hatten Probleme, den Erwartungen gerecht zu werden. Jetzt werden wir gerne unterschätzt und überraschen immer wieder. Das werden wir sicher auch in dieser Saison machen."

Der Trainer: Gaute Larsen

Meine Fußballphilosophie:
Larsen: "Stabæk war immer eine spielende Mannschaft, und das soll auch so bleiben. Für das Flügelspiel wünsche ich mir schnelle Spieler, die ein gutes Eins-zu-Eins-Spiel bei den Flanken haben. Am liebsten spiele ich mit einem 4-4-2, aber auch ein 4-2-3-1 ist nicht schlecht."

Zukünftige Entwicklung:
Larsen: "Stian Ohr wird Stabæks nächster Nationalspieler."

Wer wird Meister?
Larsen: "Rosenborg wird wahrscheinlich Erster werden, aber ihre Führungsspieler werden immer älter. Viking wird durch das neue Stadion einen Aufwind bekommen. Ich glaube auch noch an Bodø/Glimt. Odd und wir selbst wegen der Kontiniutät."

Wer steigt ab? Larsen: "Die Aufsteiger und die Oslo-Klubs."

Die Fans: Richard Jansen von Stabæk Support

Auf welchem Platz landet Stabæk in dieser Saison?
Jansen: "Auf dem Zweiten. Wir sind stabil, haben nur wenige Spieler verloren und haben viele talentierte junge Spieler. Wir werden es auch ohne Martin Andresen schaffen, uns vorzubereiten."

Wer wird Meister?
Jansen: "Lillestrøm. Wir können nicht immer Rosenborg tippen. LSK hat eine gute Mischung."

Wer steigt ab?
Jansen: "Lyn und Bodø/Glimt."

Bewertung:

Tor:
Jon Knudsen musste in den letzten Jahren mit Anders Rotevatn um den Platz im Tor kämpfen. Jetzt hat er das Duell endgültig für sich entschieden und ist die unumstrittene Nummer Eins bei Stabæk. Er ist langsam sehr erfahren und hatte eine großartige letzte Saison. Espen Isaksen, die neue Nummer Zwei, wird als nicht so stark eingeschätzt wie Rotevatn. (4 von 6 Punkten)

Abwehr:
Sehr stabiler und sehr starker Mannschaftsteil. Mike Kjølø und André Muri bilden das Innenverteidiger-Paar. Inge André Olsen hat sich zu einem ausgezeichneten Rechtsaußen entwickelt. Auf der linken Seite ist Christian Holter unumstritten. (5 von 6 Punkten)

Mittelfeld:
Ohne Martin Andresen ist die Kreativität geschwächt. Tommy Stenersen und Tom Stenvoll sind fast gleich gut, beide haben ihre Stärken in der Defensive. Stian Ohr zeigte außen in der letzten Saison starke Leistungen. Von Samuel Wowoah und Mads Jørgensen wird einiges erwartet. (4 von 6 Punkten)

Angriff:
Thomas Finstad schaffte in der letzten Saison endlich seinen Durchbruch, gebrauchte endlich Schnelligkeit und Kraft. Peter Sand wurde mitten in der Saison vom Mittelfeldspieler zum Stürmer umgeschult und machte seinen Job ganz gut. Aber es wirkt trotzdem nur wie eine Notlösung. (3 von 6 Punkten)

Trainer:
Gaute Larsen hat in jedem Jahr Topspieler verloren, aber trotzdem die Mannschaft nach vorne gebracht. Holt aus dem Kader das Maximale heraus, sieht schnell neue Möglichkeiten, Spieler umzuschulen. (5 von 6 Punkten)

Traumelf (4-4-2)
Knudsen - I.A.Olsen, Kjølø, Muri, Holter - Ohr, Jørgensen, Stenersen, Wowoah - Sand, Finstad

Die Neuen:

  • Espen Isaksen, Torwart, kam vom Zweitligisten FK Oslo-Øst, wo er Stammkeeper war, und soll die Nummer Zwei hinter Jon Knudsen sein.
  • Christian Tanum, Abwehrspieler, stammt aus der eigenen Jugend und soll behutsam aufgebaut werden.
  • Mads Jørgensen, offensives Mittelfeld, soll Martin Andresen als Spielmacher ersetzen, spielte zuletzt in der italienischen Serie A für Ancona Calcio.
  • Samuel Wowoah, Mittelfeld außen oder Sturm, wurde bis Saisonende vom schwedischen Meister Djurgården Stockholm ausgeliehen, soll das Flügelspiel beleben, oder den Sturm verstärken.
  • Veigar Pall Gunnarsson, Sturm, kommt von KR Reykjavik, hat schon ein erstes total verkorkstes Engagement in Norwegen hinter sich, soll eine zusätzliche Alternative im dünn besetzten Angriff sein.