Mike Kjølø ist der Mann, der Stabæk nie enttäuscht. Der Kapitän hat in den letzten sechs Jahren nur sechs Spiele verpasst. Man kann die beiden ehemaligen Stabæk-Trainer Anders Linderoth oder Gaute Larsen, oder auch den aktuellen Stabæk-Coach Jan Jönsson fragen, man wird immer die gleiche Antwort bekommen. Sie alle sagen über Kjølø, dass er sicher wie eine Bank ist und dass er selten enttäuscht, wenn es darum geht, Herz im Stabæk-Trikot zu zeigen. Er ist bereits in der sechsten Saison bei Stabæk. In den sechs Jahren hat er bei insgesamt 156 Ligaspielen nur sechs Mal aussetzen müssen. "Als junger Sportler war ich sehr vielseitig. Zusätzlich zum Fußball bin ich auch Alpin Ski gefahren. Ich hatte Finn Aamodt (Vater des weltbekannten norwegischen Skifahrers Kjetil André Aamodt) drei Jahre lang als Trainer. Ich glaube, dass er mir eine gute Grundlage gegeben hat", sagte Mike Kjølø. "Außerdem glaube ich, dass vorbeugende Arbeit wichtig ist. Dazu hatte ich bei den Klubs, bei denen ich war, eine gute medizinische Betreuung", sagte Kjølø weiter zu »Budstikka«. Bei Stabæk ist er eine feste Größe im Team. Er hat einen festen Platz in der Startelf, manchmal als Außenverteidiger und manchmal als Innenverteidiger. Das Vertrauen des Trainers ist für ihn sehr wichtig. "Ich bin wohl ein Spieler, der die kleinen Details spielt. Ich wähle oft die sichere Alternative. Das ist wohl eine der Ursachen, warum ich von den Trainern, die ich gehabt habe, immer das Vertrauen bekommen habe", sagte der 33-jährige weiter. Für einen Abwehrspieler bekommst du erstaunlich wenige gelbe Karten. Du hast noch nie eine rote Karte bekommen und du hast noch nie ein Spiel auf Grund einer Sperre aussetzen müssen? "Als ich 2000 bei der Nationalmannschaft war, sagte Nils Johan Semb (damaliger norwegischer Nationalcoach), dass ich ein bisschen an meiner Aggressivität arbeiten solle. Ich weiß nicht, ob das richtig war. Aber ich bin mir vollkommen bewusst, dass das Bekommen von gelben Karten unnötig ist. Auch wenn ich einen spontanen Ausbruch bekommen kann", antwortete Mike Kjølø lächelnd. Für Mike Kjølø gab es während seiner sechs Jahre bei Stabæk mehrere Phasen. Der Abstieg im letzten Jahr war für ihn fast ein Reinigungsprozess, den der Klub dringend nötig hatte. "Ich glaube, dass man für einige Sachen nicht die Augen geöffnet hätte, wenn man nicht abgestiegen wäre", sagte er. Zum Beispiel? "Der Klub war in den Jahren, wo ich hier bin, in mehreren Phasen. Von einem Luftschloss wieder zur Realität. Der Verein hat lange dafür gebraucht. Aber Einar Schultz (Stabæks Geschäftsführer) hat beim Aufstieg einen sehr guten Job gemacht", sagte Mike Kjølø. Er möchte, dass der Klub in der nächsten Saison in der 1.Liga wieder da anknüpft, wo er schon einmal war. "Stabæk muss versuchen, dahin zurückzufinden, was den Klub früher nach oben geführt hat. Man muss versuchen, ein bisschen anders zu sein", sagte Kjølø. Kann der Verein wieder zu den Großen in Norwegen gehören? "Ergebnismäßig ja. Traditionsmäßig wird das noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen. Aber wenn man soll Ambitionen haben will, zu den Großen zu gehören, ist das Stadion sehr wichtig", antwortete Mike Kjølø. Als Mike Kjølø vor der Saison 2000 bei Stabæk unterschrieb, hätte er sich auch anders entscheiden können. Nottingham Forest winkte mit dem Scheckheft und einem Wochenlohn von ca. 10.000 Euro. Mit mehr als 500.000 Euro Jahregehalt hätte er es ruhig angehen können. "Ich habe keinen Bedarf, darüber jetzt noch nachzudenken. Wenn man darüber im Nachhinein noch nachdenkt und sich ärgert, bekommt man negative Gedanken", sagte Kjølø. Seitdem ist nur Norwegens Erstligist Odd Grenland (vor dieser Saison) mit einem konkreten Angebot auf Mike Kjølø zugekommen. Sein Vertrag bei Stabæk läuft jetzt noch zwei weitere Jahre. Was danach passiert, weiß er noch nicht. "Das ist unmöglich für mich, darauf jetzt zu antworten. Da spielen viele Faktoren hinein. Vielleicht ist es gut, eine Pause vom Fußball zu machen, nachdem man aufgehört hat", sagte Kjølø. |